Nahum 1
Der HERR ist ein eifersüchtiger und rächender Gott, er ist ein wahrer Rächer und ein zorniger Gott. Er rächt sich an seinen Gegnern und zürnt seinen Feinden. Der HERR ist geduldig und seine Macht gewaltig, doch er lässt keineswegs ungestraft. Er geht seinen Weg in Sturm und Gewitter, und die Wolken sind der Staub unter seinen Füßen. Wer kann seinem Zornesausbruch standhalten? Wer kann vor seinem brennenden Ärger bestehen? Sein Zorn breitet sich aus wie Feuer, und die Felsen zerspringen vor ihm. Der HERR ist gütig. In schweren Zeiten ist er eine feste Zuflucht, und er kennt alle, die bei ihm Schutz suchen. Die aber, die sich gegen ihn auflehnen, wird er mit einer großen Flut vernichten. Er wird sie ins Dunkel schicken.
Diese Worte sind nicht minder majestätisch als die vorangegangenen, allerdings sind sie diesmal nicht gegen Israel gerichtet, sondern gegen seine Feinde, in diesem Fall Assyrien. Die Assyrer haben für den Fall Samarias, der Hauptstadt des Nordreichs, gesorgt. Man könnte doch nun meinen, dass sie in irgendeiner Form dafür vom HERRN belohnt werden, denn schließlich war der Untergang des Nordreichs doch eine von Gott beschlossene Sache. Aber Assyrien soll es keineswegs besser gehen als Israel. Warum? Weil auch sie Gott nicht gehorchen.
Die Verse 7 und 8 zeigen Gott in seiner Ganzheit. Wer sich Gott anvertraut, dem bietet er eine sichere Zuflucht. Der, der sich auflehnt, wird allerdings vernichtet. Warum ist Gott nicht eigentlich etwas moderater? Auf der einen Seite gewährt er den Seinen Schutz, o.k.! Aber könnte er mit denen, die sich gegen ihn auflehnen, nicht gnädiger umgehen? Das sind doch auch nur Menschen.
Ja, aber Gott ist eben Gott, und gegenüber einem absoluten Gott gibt es nur eine angemessene Antwort: absolut zu ihm stehen! Wenn wir dies tun, müssen wir uns im Grunde um die „dunkle Seite“ Gottes keine Gedanken machen. Wenn uns aber diese dunkle Seite begegnet oder sie uns gar selbst bedroht, dann ist der einzig richtige Weg, umzukehren und sich Gott wieder neu auszuliefern.
