Tag 201

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Jeremia 1

Der HERR sprach zu mir: „Ich kannte dich schon, bevor ich dich im Leib deiner Mutter geformt habe. Schon vor deiner Geburt habe ich dich dazu bestimmt, dass du den Völkern meine Botschaften überbringst.“ „Aber, allmächtiger HERR“, wehrte ich ab, „ich kann nicht gut reden, ich bin noch viel zu jung!“ „Sag doch nicht, dass du zu jung bist“, antwortete der HERR. „Du sollst hingehen, wohin ich dich sende, und sagen, was auch immer ich dir auftragen werde. Vor den Menschen brauchst du keine Angst zu haben, denn ich werde immer bei dir sein und dich retten. Das verspreche ich, der HERR.“ Dann berührte der HERR meinen Mund und sagte: „Hiermit habe ich meine Worte in deinen Mund gelegt! Ich gebe dir die Vollmacht, vor Völkern und Königreichen zu reden. Manche von ihnen sollst du entwurzeln und einreißen, zerstören und vernichten; andere sollst du pflanzen und aufbauen.“

Wenn Gott jemanden benutzen möchte, dann respektiert er keine Entschuldigungen. In diesem Fall hat Gott Jeremia schon lange vorher für eine besondere Aufgabe ausgewählt, da zählt dann auch das Argument der Unerfahrenheit nicht mehr.

Überforderung kann geradezu ein Kennzeichen dafür sein, dass wir am richtigen Platz sind. Wenn wir nur Aufgaben übernähmen, die wir ohnehin schon beherrschen, bräuchten wir ja auch Gott nicht mehr. Nein, Gott möchte auch unsere Grenzen erweitern – und unser Gefühl der Abhängigkeit von ihm.

Und was ist nun die Aufgabe Jeremias? Heftig, was hier steht: Er bekommt nicht nur die Vollmacht und Ermächtigung, vor Völkern und Königreichen zu reden (das wäre schon atemberaubend genug). Er soll sogar Völker zerstören und vernichten oder aber pflanzen und aufbauen. Zugegeben: Obwohl solch eine Generalvollmacht sehr ehrenvoll ist, kann einem angesichts der Größe der Aufgabe angst und bange werden. Nun soll Jeremia nicht Gott spielen, aber er soll seine Stimme sein und das verkünden, was Gott mit den einzelnen Völkern vorhat. Gott gibt ihm auch Feuerschutz – er braucht vor den Menschen keine Angst zu haben!

Wenn wir sicher sind, dass die mehr oder weniger imposanten Aufträge, an die wir uns machen, auch wirklich von Gott sind, dann können wir mit großem Rückenwind rechnen.