Tag 240

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Lukas 3

Es war im fünfzehnten Regierungsjahr des römischen Kaisers Tiberius. Pilatus war Statthalter in Judäa; Herodes Antipas herrschte über Galiläa, sein Bruder Philippus regierte in Ituräa und Trachonitis, und Lysanias war Herrscher in Abilene. Hannas und Kaiphas waren Hohe Priester. In dieser Zeit erhielt Johannes, der Sohn des Zacharias, draußen in der Wildnis eine Botschaft von Gott. Daraufhin zog Johannes in der Gegend des Jordan von Ort zu Ort und predigte den Menschen: Sie sollten sich taufen lassen als Zeichen dafür, dass sie sich von ihren Sünden abgekehrt und Gott zugewandt hatten, um Vergebung zu erhalten. So erfüllte sich, was im Propheten Jesaja steht: „Er ist eine Stimme, die in der Wüste ruft: ,Schafft Raum für das Kommen des Herrn! Ebnet ihm den Weg! Die Täler sollen aufgeschüttet, die Berge und Hügel eingeebnet werden! Das Krumme soll gerade und das Raue glatt werden! Dann werden alle Menschen Gottes Heil sehen.‘“ Und so sprach Johannes zu den Menschen, die zahlreich zu ihm kamen, um sich taufen zu lassen: „Ihr Schlangenbrut! Wer hat euch eingeredet, ihr könntet dem bevorstehenden Gericht Gottes entgehen? Beweist durch euren Lebenswandel, dass ihr euch wirklich von euren Sünden abgekehrt und Gott zugewandt habt. Es genügt nicht zu sagen: ,Wir sind die Nachkommen Abrahams. Uns kann nichts geschehen.‘ Das beweist gar nichts. Wenn Gott wollte, könnte er aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen. Die Axt wird schon durch die Luft geschwungen, bereit, eure Wurzeln abzuhacken; denn jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.“
Die Menge fragte: „Und was sollen wir tun?“ Johannes erwiderte: „Wenn ihr zwei Mäntel habt, gebt einen den Armen. Wenn ihr zu essen habt, teilt es mit denen, die hungrig sind.“ Auch Steuereinnehmer kamen zu ihm, um sich taufen zu lassen. Und auch sie fragten: „Meister, was sollen wir tun?“ „Beweist, dass ihr ehrlich seid“, erwiderte er, „treibt nicht mehr Steuern ein, als die römische Regierung euch vorschreibt.“ „Und was sollen wir tun?“, fragten einige Soldaten. Johannes antwortete: „Seid keine Räuber und Erpresser. Gebt euch mit eurem Sold zufrieden.“ Alle warteten sehr auf das Kommen des Christus und wollten unbedingt wissen, ob Johannes der Christus sei. Auf diese Frage antwortete Johannes: „Ich taufe mit Wasser, aber bald kommt einer, der stärker ist als ich – so viel gewaltiger, dass ich nicht einmal wert bin, sein Diener zu sein. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Er wird mit seiner Schaufel die Spreu vom Weizen trennen, den Dreschplatz aufräumen und den Weizen in die Scheune bringen; die Spreu aber wird er im ewigen Feuer verbrennen.“ Und noch viele solche Warnungen sprach Johannes aus, als er dem Volk die Botschaft Gottes verkündete.

Wir kommen zurück zu Johannes dem Täufer und erleben ihn in voller Wirksamkeit. Sein Auftreten war recht urwüchsig; er mag auch damaligen Zeitgenossen wie ein vorderorientalischer Wurzelsepp vorgekommen sein. Allerdings merkte man seinen Worten an, dass mehr dahintersteckte, als seine äußere Erscheinung vermuten ließ.

Johannes predigt allerdings Umkehr. Dabei richten sich seine Reden vor allem gegen die, die meinen, sie hätten das Heil auf ewig in der Tasche, bloß weil sie von Abraham abstammen. Mit Leuten, die so denken, wird bald kurzer Prozess gemacht werden. Die Israeliten sollen ihren sündhaften Lebenswandel aufgeben. Dabei gibt er einige Hinweise, wie das konkret aussehen kann. Zu konkret für den König, dem er offen moralisches Fehlverhalten vorwirft, was dazu führt, dass Johannes im Gefängnis landet.

Die Predigten des Johannes machten Eindruck. Einige ließen sich von ihm sogar taufen, und tatsächlich hielt mancher ihn für den Messias. Doch diesbezügliche Nachfragen weist Johannes entschieden in die Schranken. Johannes ist nur der Vorläufer für einen Größeren, der noch kommen soll. Und der kommt dann wirklich – und auch zu Johannes: Jesus selbst lässt sich von ihm taufen; ein Zeichen vom Himmel markiert auch für die anwesende Menge, dass es mit Jesus etwas Besonderes auf sich hat. Und damit fängt sein öffentliches Wirken an.