Tag 360

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Philipper 3

Mein Wunsch ist es, Christus zu erkennen und die mächtige Kraft, die ihn von den Toten auferweckte, am eigenen Leib zu erfahren. Ich möchte lernen, was es heißt, mit ihm zu leiden, indem ich an seinem Tod teilhabe, damit auch ich eines Tages von den Toten auferweckt werde! Ich will nicht behaupten, ich hätte dies alles schon erreicht oder wäre schon vollkommen! Aber ich arbeite auf den Tag hin, an dem ich endlich alles sein werde, wozu Christus Jesus mich errettet und wofür er mich bestimmt hat. Nein, liebe Freunde, ich bin noch nicht alles, was ich sein sollte, aber ich setze meine ganze Kraft für dieses Ziel ein. Indem ich die Vergangenheit vergesse und auf das schaue, was vor mir liegt, versuche ich, das Rennen bis zum Ende durchzuhalten und den Preis zu gewinnen, für den Gott uns durch Christus Jesus bestimmt hat.

Das hört man heute in jedem Management-Seminar: Ohne ein möglichst konkretes Ziel erreicht man nichts im Leben. Ich muss mir schon etwas ganz präzise vornehmen, sonst weiß ich gar nicht, worauf ich hinarbeiten soll, und meine Arbeitskraft verpufft wirkungslos.

Aber was ist denn das Ziel des Paulus? 100 neue Gemeinden? Das Evangelium bis nach Afrika bringen? 10000 Menschen zum Glauben führen? Nein, sein Ziel ist nicht quantifizierbar, sondern heißt: immer deutlicher Christus zu erkennen. Zugespitzt formuliert: Paulus hat demnach gar kein klares Leitbild – oder vielmehr: Er bittet Gott darum, dass ihm das Leitbild immer mehr vor Augen gemalt wird und er immer mehr davon erkennt.

In den besagten Seminaren würde so etwas als nebulös und unkonkret abgetan. Im realen Leben ist das aber sicher eine größere Motivation als eine Jahresziel-Formulierung oder eine Zahl auf dem Papier. Eine solche Art von Zielsetzung ist damit nicht ausgeschlossen, aber sie muss sich dem großen Ziel, nämlich Christus zu erkennen, immer unterordnen.