Philipper 2
Geht so miteinander um, wie Christus es euch vorgelebt hat. Obwohl er Gott war, bestand er nicht auf seinen göttlichen Rechten. Er verzichtete auf alles; er nahm die niedrige Stellung eines Dieners an und wurde als Mensch geboren und als solcher erkannt. Er erniedrigte sich selbst und war gehorsam bis zum Tod, indem er wie ein Verbrecher am Kreuz starb. Deshalb hat Gott ihn in den Himmel gehoben und ihm einen Namen gegeben, der höher ist als alle anderen Namen. Vor diesem Namen sollen sich die Knie aller beugen, die im Himmel und auf der Erde und unter der Erde sind. Und zur Ehre Gottes, des Vaters, werden alle bekennen, dass Jesus Christus Herr ist.
In diesem Lied – es ist im griechischen Grundtext wirklich wie ein geistliches Lied ausgestaltet – beschreibt Paulus das Wesen Christi besonders eindrücklich. Er tut das aber nicht nur, damit wir in ehrfurchtsvolles Staunen geraten oder ein „Preist den Herrn!“ zum Himmel schicken. Er sagt: So sollt ihr leben, Jesus ist das Maß aller Dinge.
Wie hat denn nun Christus gehandelt? In erster Linie, indem er auf seine Möglichkeiten verzichtet hat. Er hätte auch anders gekonnt, keine Frage. Aber dann wäre er uns nicht so nahe gekommen – und wir nicht ihm. In seinem Leben ist er dabei ganz konsequent den Weg bis zum Tod gegangen. Darum hat Gott ihn so erhöht, dass alle ihn nun anbeten sollen und alle ihn als Herrn anerkennen.
Das Leben Jesu war ein äußerlich niedriges Leben, umso niedriger, als man bedenken muss, aus welcher Höhe er gekommen ist. Auch uns ist ein niedriges Leben aufgetragen. Es geht hier nicht um eine Armut um der Armut oder um Selbstbeschränkung um der Selbstbeschränkung willen. Aber es geht um Gehorsam. Vielleicht gibt es auch in unserem Alltag mehr Gelegenheiten zu einem in diesem Sinne christusgemäßen Leben, als uns das im Augenblick bewusst ist.
