Tag 110

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1. Samuel 15

Dann schlug Saul die Amalekiter vernichtend von Hawila bis nach Schur, das östlich von Ägypten liegt. Er nahm Agag, den König der Amalekiter, gefangen und tötete alle anderen. Saul und seine Männer verschonten das Leben von Agag und behielten die besten Schafe und Rinder, die fetten Kälber und Lämmer ein – überhaupt alles, was ihnen wertvoll erschien. Sie töteten nur, was nutzlos oder von minderer Qualität war. … Samuel sagte zu ihm: „… Warum hast du dem HERRN nicht gehorcht? Warum warst du auf Beute aus und hast genau das getan, was der HERR dir verboten hat?“ „Aber ich habe dem HERRN gehorcht“, beharrte Saul. „Ich habe den Auftrag, den der HERR mir gab, erfüllt. Ich habe Agag, den König von Amalek, hergebracht und alle anderen Amalekiter habe ich getötet. Dann haben meine Männer die besten Schafe und Rinder als Beute mitgenommen, um sie dem HERRN, deinem Gott, in Gilgal zu opfern.“ Aber Samuel entgegnete: „Was gefällt dem HERRN mehr: deine Brandopfer und Opfergaben oder dein Gehorsam gegenüber seiner Stimme? Ihm zu gehorchen ist sehr viel besser als ein Opfer darzubringen, auf ihn zu hören ist besser als das Fett von Widdern. Auflehnung ist so schlimm wie die Sünde der Zauberei und Eigensinn so schlimm wie Götzendienst. Weil du dich vom Wort des HERRN abgewandt hast, hat er sich nun auch von dir abgewandt; du wirst nicht länger König sein.“

Obwohl sich Gott eigentlich schon von Saul abgewandt hatte, gab er ihm doch den Befehl, das Volk der Amalekiter zu vernichten. Das tat Saul dann auch in beeindruckender Weise. Allerdings hatte der Sieg einen kleinen Schönheitsfehler. Gott hatte eigentlich die Anweisung gegeben, alles samt und sonders zu vernichten, doch Saul verrichtete diese Aufgabe mehr als halbherzig. Das wertvolle Vieh wurde nämlich nicht getötet, sondern das behielten Saul und seine Männer für sich.

Dann wird es interessant: Samuel sucht Saul auf und stellt ihn zur Rede. Saul gibt daraufhin den Scheinheiligen und behauptet, das Vieh sei doch zum Opfern vorgesehen. Mit dieser Notlüge versucht er dem Schlimmsten zu entkommen. Samuel wiederum treibt Saul in die Enge und ist nicht bereit, dessen pflaumenweicher Argumentation zu folgen. Das Opfer sei dem HERRN wurscht, wenn es nicht mit Gehorsam verbunden ist. Und da Saul eben ungehorsam war, soll er abgesetzt werden.

Schuld lässt sich auch nicht mit der frömmsten aller Handlungen kaschieren. Und trotz Gottes Langmut kommt manche Reue dann doch zu spät.