Tag 112

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1. Samuel 16

Der Geist des HERRN hatte Saul verlassen und der HERR schickte ihm einen bösen Geist, der ihn quälte. Da sagten die Diener Sauls zu ihm: „Offensichtlich quält dich ein böser Geist, den Gott geschickt hat. Lass uns einen guten Musikanten suchen, der die Harfe für dich spielt, wenn der böse Geist dich peinigt. Er wird dann für dich darauf spielen und bald wird es dir wieder besser gehen.“ Da befahl Saul seinen Dienern: „Sucht jemanden, der gut spielen kann, und bringt ihn her.“ Einer der Diener erwiderte: „Ein Sohn Isais aus Bethlehem ist ein begabter Harfenspieler. Er ist auch mutig und tapfer im Kampf und wortgewandt. Außerdem ist er ein sehr gut aussehender Mann und der HERR ist mit ihm.“ Also schickte Saul Boten zu Isai und ließ ihm sagen: „Schick mir deinen Sohn David, den Hirten.“ Isai gehorchte und schickte David zu Saul, zusammen mit einer jungen Ziege und einem Esel, beladen mit Speisen und Wein. So kam es, dass David zu Saul ging und ihm diente. Saul hatte David sehr gern und David wurde einer seiner Waffenträger. Saul schickte Boten zu Isai und bat ihn: „Bitte erlaube, dass David in meinem Dienst bleibt, denn ich bin sehr zufrieden mit ihm.“ Immer wenn der böse Geist von Gott Saul peinigte, spielte David die Harfe. Dann ging es Saul besser und der böse Geist verließ ihn.

Der Geist des HERRN war mit David, aber nicht mehr mit Saul, obwohl dieser noch König war. Das hatte zur Folge, dass das Launenbarometer des Monarchen ein kräftiges Tief anzeigte. Aufgrund seiner massiven Depressionen empfehlen seine Diener ihm eine Musiktherapie. Und einer der Diener bringt David ins Gespräch. Der kann nebenher auch noch wunderbar musizieren. Also gibt Saul Befehl, diesen Musiker zu buchen.

Wenn wir heute von seelischen Erkrankungen reden, wird uns die Ursache nicht immer vollständig klar. Wir haben dann psychologische Erklärungen für diese Seelenzustände, die vielleicht ein Stück weit Licht ins Dunkel bringen. Allerdings bleibt doch vieles gerade auf geistlicher Ebene für den Menschen verborgen. Es erscheint uns fremd, dass Gott uns einen bösen Geist schicken könnte; letztlich lässt sich das ja auch nicht mehr psychologisch deuten.

Unsere Seelenlage hat ein unzugängliches Restgeheimnis: Was Gott und wie Gott mit unseren Stimmungen zu tun hat, ist oft nicht zu ergründen und kann anders aussehen, als wir uns das zurechtlegen.