Tag 164

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Psalm 31

Herr, bei dir suche ich Schutz, lass mich nicht zugrunde gehen.

Hilf mir durch deine Gerechtigkeit!
Wende dich zu mir und höre mich. Rette mich schnell! Sei für mich ein schützender Fels, eine Festung,
in der meine Feinde mich nicht erreichen können.
Du bist mein schützender Fels und meine Festung.
Führe und leite mich um der Ehre deines Namens willen. Zieh mich aus der Falle heraus, die meine Feinde mir gestellt haben,
denn bei dir allein finde ich Schutz.
Ich lege meinen Geist in deine Hände.
Rette mich, Herr, denn du bist ein treuer Gott. …
Meine Feinde verspotten mich,
und meine Nachbarn lachen mich aus –
selbst meine Freunde meiden mich.
Wenn sie mich auf der Straße sehen,
gehen sie mir aus dem Weg.
Vergessen hat man mich, als ob ich bereits tot wäre.
Ich komme mir vor wie ein zerbrochenes Gefäß.
Ich habe viele Gerüchte über mich gehört
und bin von allen Seiten bedroht!
Meine Feinde verschwören sich gegen mich
und wollen mir mein Leben nehmen. Doch ich vertraue auf dich, Herr,
und sage: „Du bist mein Gott!“
Meine Zukunft liegt in deinen Händen.

Man stellt es sich als Bibelleser manchmal so vor, dass die Feinde, die den Psalmbetern zu schaffen machen und die in vielen Psalmen eine beträchtliche Rolle spielen, irgendwelche fremden Truppen sind. Dass der Feind aus den eigenen Reihen kommen könnte, ist uns da nicht so gegenwärtig.

In diesem Fall geht es darum, dass sich auch Freunde und Nachbarn gegen David wenden und gegen ihn intrigieren. Das war in Davids Leben wiederholt der Fall, denken wir da an Saul oder an Absalom, den eigenen Sohn. David konnte nie sicher sein, ob der, der ihn umgab, nun dauerhaft Freund oder zukünftiger Feind ist.

Kann das auch Christen passieren, die vielleicht im Rahmen ihrer Gemeinde Heimat und Geborgenheit erleben? Leider ist die Erfahrung, aus den eigenen Reihen beschossen zu werden, viel häufiger, als man meint. Oft braucht der Wind sich nur wenig zu drehen und schon bläst er in der Gemeinde gegen einen selbst.

Da tritt man mutig gegen Missstände auf – und niemand aus der Gemeinde ist bereit, diese Missstände zuzugeben. Da gib es eine neue parteiliche Gruppe in der Gemeinde, die einen ausbootet. Oder jemand ist eifersüchtig auf das Ansehen, das man genießt, und macht einen in den Augen der anderen schlecht. Solche Erfahrungen sind sehr hart – aber wir können in der Bibel sehen, dass auch andere, weit prominentere Fromme stets damit rechnen mussten.