Tag 26

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1. Mose 37

Jakob ließ sich im Land Kanaan, in dem schon sein Vater gelebt hatte, nieder. Dies ist die Geschichte von Jakob und seiner Familie. Josef war 17 Jahre alt. Er hütete häufig gemeinsam mit seinen Halbbrüdern, den Söhnen von Bilha und Silpa, die väterlichen Schafund Ziegenherden. Doch Josef hinterbrachte es seinem Vater, wenn sie etwas Schlechtes taten. Jakob liebte Josef mehr als seine anderen Söhne, weil er ihm erst im Alter geboren worden war. Deshalb ließ er Josef eines Tages ein prächtiges Gewand machen. Seine Brüder hassten Josef, weil sie merkten, dass ihr Vater ihn lieber hatte als sie, und redeten kein freundliches Wort mehr mit ihm.

Eines Nachts hatte Josef einen Traum, den er seinen Brüdern erzählte. Da hassten sie ihn noch mehr. „Hört, was ich geträumt habe“, begann er. „Wir waren draußen auf dem Feld und banden das Getreide in Garben zusammen. Meine Garbe stellte sich auf und blieb stehen. Eure Garben scharten sich um sie und verneigten sich vor ihr!“ „Du willst also König werden und über uns herrschen?!“, verhöhnten ihn seine Brüder. Und sie hassten ihn noch mehr wegen seines Traumes und dem, was er gesagt hatte. … Da sagte Juda zu den anderen: „Was haben wir davon, wenn wir unseren Bruder töten und die Tat vertuschen? Lasst uns Josef an diese ismaelitischen Händler verkaufen. Wir wollen uns nicht an ihm vergreifen, schließlich ist er unser Bruder, unser eigen Fleisch und Blut!“ Seine Brüder waren einverstanden. Also warteten sie, bis die Händler da waren. Dann holten sie Josef aus der Zisterne und verkauften ihn für 20 Schekel Silber an die Ismaeliter, die ihn mit nach Ägypten nahmen.

Als Ruben wiederkam und entdeckte, dass Josef fort war, zerriss er seine Kleider. Er ging zu seinen Brüdern und rief: „Der Junge ist fort! Was soll ich jetzt tun?“ Josefs Brüder schlachteten einen Ziegenbock, holten das prächtige Gewand von Josef und tauchten es in das Blut. Dann brachten sie es ihrem Vater. „Wir haben das hier gefunden“, logen sie. „Sieh es dir genau an. Das ist doch Josefs Gewand, oder nicht?“ Als der Vater es sich genau angesehen hatte, rief er: „Ja, es ist das Gewand meines Sohnes. Ein wildes Tier muss ihn gefressen haben. In Stücke gerissen wurde Josef, in Stücke gerissen!“ Jakob zerriss seine Kleider und wickelte sich ein grobes Tuch um seine Hüften. Lange Zeit trauerte er um seinen Sohn.

Jakob hatte, wie erwähnt, zwölf Söhne. Einen davon mochte er besonders: Josef, den ältesten Sohn seiner Lieblingsfrau Rahel. Pädagogik hin oder her: Jakob ging sogar so weit, dass er Josef ein prächtiges Extragewand nähen ließ. All dies provozierte natürlich die Eifersucht der anderen Brüder. Zudem machte sich Josef auch noch durch seine Träume wichtig, die sich daraufhin deuten ließen, dass sich die gesamte Familie vor ihm beugen wird. Das war, bei aller Liebe, selbst dem Vater zu viel des Guten.

Eines Tages sollte Josef dann den Brüdern Proviant bringen. Diese Situation (fernab vom Vater und anderen Zeugen) nutzten die Brüder aus: Sie warfen ihn zunächst in eine Zisterne. Immerhin gab es zwei Brüder, die Josef zumindest am Leben lassen wollten: Ruben will ihn später auf eigene Faust retten und Juda hält die anderen Brüder davon ab, Hand an Josef zu legen. Aber das Ergebnis ist: Josef wird als Sklave an eine vorbeikommende Karawane verkauft. Durch eine List wollen die Brüder den Vater aber glauben machen, Josef sei durch ein wildes Tier zu Tode gekommen. Doch das ist nur der Anfang einer der spannendsten Storys der Bibel.

Josef wirkt – wie auch sein Vater Jakob – in dieser Geschichte nicht durchweg sympathisch. Doch Gott erwählt sich nicht immer die Helden, die wir ausgesucht hätten.