2. Mose 10
Da sprach der HERR zu Mose: „Strecke deine Hand zum Himmel aus. Dann wird eine Finsternis über Ägypten kommen, so dicht, dass man sie greifen kann.“ Mose erhob seine Hand zum Himmel, und drei Tage lang lag eine tiefe Finsternis über dem ganzen Land. Keiner konnte den anderen sehen und niemand verließ sein Haus. Dort jedoch, wo die Israeliten lebten, war es hell. … Da verhärtete der HERR das Herz des Pharaos ein weiteres Mal, sodass er nicht bereit war, sie ziehen zu lassen. „Hinaus mit dir!“, befahl er Mose. „Wage nicht, mir noch einmal unter die Augen zu kommen, sonst wirst du sterben!“ Mose antwortete ihm: „Sie haben Recht, Majestät. Ich werde mich nie wieder bei Ihnen sehen lassen.“
Die Berufung des Mose hat für die Ägypter verheerende Folgen. Der Pharao ist extrem uneinsichtig, um nicht zu sagen krankhaft wankelmütig, und die Zeichen, die Mose zur Verfügung hat, fruchten nur bedingt. Allerdings breitet sich nun aufgrund der Hartherzigkeit des Pharaos ein unausdenkbares Schreckensszenario über Ägypten aus. Kaum irgendwo in der Bibel offenbart Gott seine Macht in so offensichtlich-vordergründiger Weise wie hier. Aber sogar erlebte Apokalypse und beste Informationen über den Herrn der Geschichte sind offensichtlich keine zwingend ausreichenden Voraussetzungen, um diesem Herrn auch zu gehorchen Aber erheben wir uns nicht über den uneinsichtigen Pharao. Das Wesen der Sünde ist nun einmal, dass man nicht erkennt, was eigentlich zu tun ist. Gott muss erst – in einem Akt der Gnade – uns das rechte Verständnis der Wirklichkeit (und damit auch unsere Sünde!) durch seinen Geist aufschließen. Von uns aus würden wir verstockt bleiben.
