Tag 60

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2. Mose 32

Aber Mose flehte den HERRN, seinen Gott, an: „HERR, warum willst du dein Volk in deinem Zorn vernichten, das du doch mit so großer Macht und starker Hand aus Ägypten geführt hast? Die Ägypter werden sagen: ,Gott hat sie in die Berge geführt, um sie dort zu töten und zu vernichten.‘ Lass ab von deinem schrecklichen Zorn! Gib dein Vorhaben auf, solch ein Unheil über dein Volk zu bringen! Denk an deine Diener Abraham, Isaak und Jakob, denen du geschworen hast: ,Ich werde euch so viele Nachkommen schenken, wie es Sterne am Himmel gibt. Ihnen werde ich dieses Land, das ich euch versprochen habe, als ewigen Besitz geben.‘“ … Als sie sich dem Lager näherten, sah Mose das Kalb und die Menschen, die darum herumtanzten. Außer sich vor Zorn warf er die Steintafeln auf den Boden und zerschmetterte sie am Fuß des Berges. Mose nahm das Kalb, das sie gemacht hatten, verbrannte es im Feuer und zerstampfte die Asche zu Staub. Den Staub streute er ins Wasser und gab es dann den Leuten zu trinken.

Falls man den Begriff „heiliger Zorn“ illustrieren muss, bietet uns diese Geschichte ein passendes Bild. Zunächst geschieht etwas Interessantes: Gott will mit Israel wegen der Kalb-Affäre Schluss machen. Mose aber kämpft wie ein Löwe um den Fortbestand seines Volkes. Er erinnert Gott an seine vormals gegebenen Versprechen – und Gott lenkt tatsächlich ein.

Allerdings bleibt der Frevel der Israeliten natürlich nicht folgenlos. Als Mose schließlich mit eigenen Augen das Gelage der Israeliten wahrnimmt, ist von seiner vorher so barmherzigen Haltung nicht mehr viel übrig. Erst zerschmettert er wutentbrannt die (göttlichen!) Tafeln, dann verbrennt er das Goldene Kalb und schließlich stellt er seinen Bruder zur Rede. Dieser markiert das Unschuldslamm und sieht sich als Opfer böswilliger Umstände, selbst das Kalb sei eher versehentlich entstanden. Natürlich durchschaut Mose den Schwindel. Es kommt zu einem Strafgericht, bei dem zirka 3000 Mann sterben. Aber dank des beherzten Eingreifens von Mose ist der Fortbestand des Volkes weiter gesichert. Kurze Zeit später gab es von Jahwe sogar neue Steintafeln.