Josua 10
Josua marschierte die ganze Nacht durch und führte einen Überraschungsangriff gegen die amoritischen Heere aus. Der HERR versetzte diese in Panik, und die Israeliten erschlugen sie reihenweise bei Gibeon. Als die Amoriter auf der Straße, die von Bet-Horon herunterführte, vor den Israeliten flohen, bewarf der HERR sie mit großen Hagelkörnern vom Himmel, bis sie Aseka erreichten. Der Hagel tötete mehr Feinde, als die Israeliten mit dem Schwert umgebracht hatten. An diesem Tag gab der HERR den Israeliten den Sieg über die Amoriter. Josua betete vor ganz Israel zum HERRN und er sagte: „Möge die Sonne stillstehen über Gibeon und der Mond über dem Tal von Ajalon.“ Da standen Sonne und Mond still, bis die Israeliten sich an ihren Feinden gerächt hatten. Wird dieses Ereignis nicht im Buch des Aufrichtigen beschrieben? Die Sonne blieb hoch am Himmel stehen. Sie ging etwa einen ganzen Tag nicht unter. Niemals vorher oder nachher hat es einen Tag gegeben, an dem der HERR eine solche Bitte eines Menschen erhörte. Denn der Herr kämpfte für Israel. Danach kehrten Josua und das israelitische Heer in ihr Lager nach Gilgal zurück.
Die unverhoffte Allianz zwischen Gibeon und den Israeliten trieb manch anderen örtlichen Königen noch tiefere Sorgenfalten in die Stirn. Das konnte und durfte einfach nicht sein, also musste zum Präventivschlag gegen Gibeon ausgeholt werden.
Als die Gibeoniter dessen gewahr wurden, riefen sie ihren Bündnispartner zur Hilfe. Nun mag Josua zwar gedacht haben: „Auch das noch!“ – aber er steht zu seiner Verpflichtung. Mehr noch: Der HERR selbst lenkt den Kampf, und dadurch ist die Übermacht überwältigend. Zudem hagelt es offenbar Golfbälle, die sogar Menschen töten. Und im Gegensatz zu Goethe wird Josua der Wunsch nach „mehr Licht“ erfüllt: Einen ganzen Tag lang geht die Sonne nicht unter (heißt das, dass die Erde stillstand?), bis der Sieg im Sack war.
Auch unbedachte Verpflichtungen können hinterher noch zu großartigen Wundern werden. Jedenfalls ist die eigene Naivität (wie hier beim Vertragsabschluss mit den Gibeonitern) nicht unbedingt ein Hindernis für das Wirken Gottes.
