Der Mathematiker und christliche Autor John Lennox sieht große Chancen in der Künstlichen Intelligenz. Gleichzeitig warnt er davor, dass KI-Chatbots insbesondere junge Menschen vom Lesen und damit auch vom Bibellesen entfremden könnten.
Der britische Mathematiker und christliche Apologet John Lennox hat vor möglichen Folgen Künstlicher Intelligenz (KI) gewarnt. Wie das Magazin Christian Today berichtet, äußerte er sich bei der zehnten Sing! Conference in den USA in einem Gespräch mit dem Theologen Wes Huff. Zwar sehe er große Chancen für KI, etwa in der Medizin oder bei Bibelübersetzungen. Gleichzeitig beobachte er einen Rückgang des Lesens, besonders unter jungen Menschen.
„Geistliche Unterernährung“
Lennox befürchtet demnach, dass viele Jugendliche ausführliches Lesen zunehmend für überflüssig halten, wenn Chatbots Antworten direkt liefern. „Wenn wir das Lesen vernachlässigen und Kinder und Jugendliche nicht zum Lesen ermutigen, kann das zu geistlicher Unterernährung führen“, sagte er. Wer weniger lese, werde meist auch seltener zur Bibel greifen. Frühere Generation hätten dafür gekämpft, dass alle Christen freien Zugang zur Bibel hätten. Es wäre eine Tragödie, wenn jetzt die KI als neuer „Mittler“ zwischen Menschen und den Bibeltext treten würde.
Technologie als Werkzeug
Lennox lehnt KI jedoch nicht grundsätzlich ab. Sie sei „wie ein scharfes Messer“: hilfreich, wenn sie richtig eingesetzt werde, aber gefährlich, wenn sie die Kontrolle übernehme. KI könne menschliches Verhalten nachahmen, sei jedoch nicht nach dem Bild Gottes geschaffen. Christen sollten auf die Sinn- und Identitätsfragen vieler junger Menschen eingehen und dabei auf die Hoffnung verweisen, die sie in Jesus Christus haben.
