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Bischöfe: Geistlicher Missbrauch muss kirchenrechtlich strafbar sein

Manipulation, Abhängigkeit und zerstörtes Vertrauen: Die Bischöfe von Münster und Osnabrück wollen sich dafür einsetzen, geistlichen Missbrauch als Straftatbestand im Kirchenrecht zu verankern. 

Die Bischöfe von Münster und Osnabrück wollen aus den Ergebnissen der Studie „Macht durch Charisma. Geistlicher Missbrauch in Geistlichen Gemeinschaften“ konkrete Konsequenzen ziehen. Beide kündigten an, sich in Rom für die Aufnahme geistlichen Missbrauchs als Straftatbestand ins Kirchenrecht einzusetzen. Zudem sollen Präventionsmaßnahmen, Hilfsangebote für Betroffene und die Begleitung Geistlicher Gemeinschaften weiterentwickelt werden.

Münsters Bischof Heiner Wilmer dankte im Rahmen einer Pressekonferenz den Betroffenen, die ihre Erfahrungen in die Untersuchung eingebracht haben. „Ihr Leid und ihr Schmerz erschüttern mich“, sagte er. Die Aufarbeitung müsse helfen, die Strukturen sichtbar zu machen, die geistlichen Missbrauch begünstigen.

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Kein Platz für geistlichen Missbrauch

Nach Angaben des Bistums Münster wurden bereits verschiedene Maßnahmen umgesetzt, darunter Hilfsangebote für Betroffene, Fortbildungen zum Thema geistlicher Missbrauch sowie strengere Vorgaben für Geistliche Gemeinschaften. Wilmer betonte, im Bistum sei kein Platz für Gemeinschaften, die Menschen ihre Freiheit nähmen oder umfassenden Einfluss auf deren Lebensführung ausübten. „Unsere Kirche und unsere Geistlichen Gemeinschaften müssen sichere Orte sein, Orte, an denen die Würde jeder Person geachtet, ihr Gewissen respektiert und ihre Freiheit geschützt wird“, sagte der Bischof.

Die von der Deutschen Bischofskonferenz, den Bistümern Münster und Osnabrück sowie dem Orden der Franziskanerinnen vom hl. Martyrer Georg zu Thuine beauftragte Studie untersuchte geistlichen Missbrauch als besondere Form von Machtmissbrauch. Im Fokus standen die Vorgänge um die „Christusgemeinschaft“ (CG) sowie die Geistliche Gemeinschaft „Totus Tuus Neuevangelisierung“ (TT) in den Bistümern Osnabrück und Münster. Leiterin des Forschungsteams war die Theologin und Soziologin Judith Könemann.

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