Tag 6

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1. Mose 2

Da formte Gott, der HERR, aus der Erde den Menschen und blies ihm den Atem des Lebens in die Nase. So wurde der Mensch lebendig. Dann pflanzte Gott, der HERR, einen Garten in Eden, im Osten gelegen. Dort hinein brachte er den Menschen, den er erschaffen hatte. Und Gott, der HERR, ließ alle Arten von Bäumen in dem Garten wachsen – schöne Bäume, die köstliche Früchte trugen. In der Mitte des Gartens wuchsen der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.

Wer aufmerksam Kapitel 1 des 1. Mosebuchs durchgelesen hat, wird möglicherweise jetzt stutzen: „Moment, warum wird die Erschaffung des Menschen denn hier noch mal berichtet?“ Man könnte es so sehen: Kapitel 1 war wie der Kurzbericht auf Seite 1, Kapitel 2 wie der ausführliche Bericht im Innenteil einer Zeitung.

Und was sagt dieser Bericht? Gott schuf den Menschen, um ihn an die Arbeit zu stellen. Er sollte den Garten Eden bebauen und bewahren. Der Garten Eden wirkt hier fast wie eine Art für den Menschen reservierter Nationalpark, war aber das Beste, was die Erde zu bieten hatte. Dass der Garten Eden ein unbegrenztes All-inclusive-Paradies war, wird nicht gesagt. Allerdings ging die Arbeit darin wohl leichter von der Hand als heutzutage (darauf kommen wir später noch zu sprechen). Außerdem gab es wenig Vorschriften – eigentlich gab es nur einen Baum, dessen Früchte nicht angerührt werden sollten. Na ja, das kann man verschmerzen. Also insgesamt doch irgendwie paradiesisch. Doch irgendwie fehlte noch etwas, aber was bloß?

Ein kleiner Hinweis am Rande: Unerfahrenen Bibellesern erscheint der Begriff HERR in der Großschreibung möglicherweise frömmelnd und suspekt. Die Großschreibung soll aber lediglich deutlich machen, dass hier das hebräische Grundwort JHWH („Jahwe“ – der exklusive Name Gottes) steht und kein anderer hebräischer Begriff für „Herr“. Näheres hierzu finden Sie im Erklärungstext zu Tag 32.