1. Mose 2
Dann sprach Gott, der HERR: „Es ist nicht gut für den Menschen allein zu sein. Ich will ihm ein Wesen schaffen, das zu ihm passt.“ Und Gott, der HERR, formte aus Erde alle Arten von Tieren und Vögeln. Er brachte sie zu Adam, um zu sehen, welche Namen er ihnen geben würde. Und Adam wählte für jedes Tier einen Namen. Er gab allem Vieh, den Vögeln und den wilden Tieren Namen. Doch er fand niemanden unter ihnen, der zu ihm passte. Da ließ Gott, der HERR, Adam in einen tiefen Schlaf versinken. Er entnahm ihm eine seiner Rippen und schloss die Stelle wieder mit Fleisch. Dann formte Gott, der HERR, eine Frau aus der Rippe, die er Adam entnommen hatte, und brachte sie zu ihm.
Vielleicht hatte Gott Mitleid mit Adam, dass er seine Spaziergänge im Garten Eden alleine unternehmen musste. Vielleicht war das der Stimmung Adams auch abträglich. Adam brauchte Gesellschaft und so beschloss Gott, ihm diese zu besorgen. Nun kommt es erst einmal zu einer merkwürdigen Brautschau: Gott formt alle möglichen Tiere, um zu sehen, was der Mensch damit anstellt, insbesondere welche Namen er ihnen gibt.
Das erscheint aus verschiedenen Gründen seltsam. Gott würde man doch normalerweise schon einen größeren Durchblick zugestehen. Warum dann solche Experimente? Und was soll die Geschichte mit den Namen?
Manchmal steckt durchaus ein pädagogischer Zweck dahinter, wenn etwas im Leben nicht auf Anhieb klappt: Adam weiß den Wert der Frau wohl besser zu schätzen, wenn er vorher – von der Ameise bis zum Zebra – die Fauna vergeblich auf geeignete Partner abgeklappert hat. Und schließlich fiel nebenher noch die Namensgebung für die Tiere ab. Das war dann wohl doch nicht so unvernünftig von Gott.
