Josua 7
Doch die Israeliten veruntreuten Dinge, die dem HERRN geweiht werden sollten. Ein Mann namens Achan hatte einige Gegenstände an sich genommen, und der HERR wurde sehr zornig über die Israeliten. … Daraufhin zogen etwa 3.000 Krieger gegen Ai, die jedoch vernichtend geschlagen wurden. … Josua rief: „Ach, Allmächtiger HERR, warum hast du uns über den Jordan gebracht, wenn du uns nun von den Amoritern töten lassen willst?“ Da sagte der HERR zu Josua: „Steh auf! Warum liegst du vor mir auf deinem Gesicht? Die Israeliten haben gesündigt und meinen Bund gebrochen, den ich ihnen geboten habe! Sie haben Gegenstände genommen und gestohlen, die ich für mich ausgesondert habe. Aber sie haben nicht nur gestohlen, sondern darüber hinaus auch noch gelogen und die Gegenstände zu ihren übrigen Besitztümern gelegt. Deshalb können die Israeliten vor ihren Feinden nicht bestehen und müssen vor ihnen fliehen. Von jetzt an ist Israel dem Untergang geweiht.“
Von dem, was an Schätzen und Wertgegenständen in Jericho gefunden wurde, durften die Israeliten nichts für sich persönlich behalten – so wollte es der HERR. Es wurde Gott zur Verfügung gestellt. Aber es menschelt überall, auch in Israel. So konnte einer der Versuchung nicht widerstehen, sich doch persönlich an den Herrlichkeiten zu bereichern. Manchmal ist es doch ein Elend: Man hat ein Großereignis im Glauben hinter sich, alles läuft prima – und dann spuckt einer aus den eigenen Reihen einem in die Suppe.
Aber zunächst bemerkt das keiner; und noch im Schwung der Eroberung der großen Stadt Jericho zieht Israel weiter, um das Städtchen Ai im Handstreich einzunehmen. Aber was ist das? Statt des üblichen durch den HERRN unterstützten Selbstläufers endet der Versuch der Einnahme mit blutigen Verlusten. Und das war für Israel ein herber Schock. „Mund abwischen und weitermachen“ half hier nicht mehr viel. Und man glaubt es kaum: Josua (wir erinnern uns: der mutige und glaubensstarke Kundschafter von einst!) begegnet dem HERRN mit weinerlicher Rückwärtsgewandtheit.
Immerhin: Er begegnet dem HERRN, so kann Gott ihn auch aufrichten. Und er liefert auch den Weg, das Problem zu lösen.
