Tag 97

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Richter 16 in Auszügen

Da warf ihm Delila vor: „Wie kannst du sagen, dass du mich liebst, wenn du mir nicht vertraust? Du hast mich jetzt drei Mal getäuscht und mir noch immer nicht gesagt, was dich so stark macht.“ Und sie lag ihm Tag für Tag mit ihren Vorwürfen in den Ohren und bedrängte ihn, bis er es nicht mehr aushielt. Darum vertraute Simson ihr schließlich sein ganzes Geheimnis an und sagte zu ihr: „Mein Haar ist noch nie geschnitten worden, denn seit meiner Geburt bin ich Gott als Nasiräer geweiht. Wenn man meine Haare abschneiden würde, würde mich meine Kraft verlassen und ich wäre so schwach wie alle anderen Menschen.“ Delila merkte, dass er ihr diesmal die Wahrheit gesagt hatte. Sie schickte jemanden zu den Philisterfürsten und ließ ihnen sagen: „Kommt noch ein einziges Mal, denn jetzt hat er mir sein ganzes Geheimnis anvertraut.“ Die Philisterfürsten kamen und brachten ihr das Geld mit. Delila ließ Simson auf ihrem Schoß einschlafen, rief einen Mann herein und schnitt Simson die sieben Haarlocken ab. Und tatsächlich, sie bezwang ihn und seine Stärke verließ ihn. Dann rief sie: „Achtung, Simson! Die Philister kommen!“ Er erwachte und dachte: „Ich werde mich befreien und meine Fesseln abschütteln wie die übrigen Male.“ Denn er wusste nicht, dass der HERR ihn verlassen hatte. Da packten ihn die Philister und stachen ihm die Augen aus. Dann brachten sie ihn nach Gaza, wo er in Bronzeketten gelegt wurde und im Gefängnis den Mühlstein drehen musste. Aber es dauerte nicht lange, und sein Haar begann wieder zu wachsen. … Eines Tages versammelten sich die Fürsten der Philister, um ihrem Gott Dagon ein Opfer darzubringen. … In ihrer ausgelassenen Stimmung riefen sie schließlich nach Simson, weil sie ihren Spaß mit ihm haben wollten. Simson wurde aus dem Gefängnis herbeigeholt und machte für sie Späße. Sie stellten ihn zwischen die Säulen des Tempels. Da sagte Simson zu dem Jungen, der ihn an der Hand führte: „Lass mich los und lege meine Hände an die Säulen, die das Haus tragen. Ich möchte mich dort anlehnen.“ … Da rief Simson den HERRN an und sagte: „Allmächtiger HERR, erinnere dich an mich. O Gott, gib mir noch ein einziges Mal Kraft, damit ich, o Gott, mich an den Philistern für den Verlust meiner Augen rächen kann.“ Dann umfasste Simson die beiden Mittelsäulen, auf denen das Haus ruhte, die eine mit seinem rechten, die andere mit seinem linken Arm, und stemmte sich dagegen. „Lass mich mit den Philistern sterben!“, rief er. Er stemmte mit aller Kraft, und da stürzte der Tempel über den Fürsten der Philister und allen anderen Anwesenden ein. Auf diese Weise tötete Simson im Sterben mehr Menschen als in seinem ganzen Leben.

Simson und die Frauen – das war schon ein Thema für sich. Wieder einmal verliebte sich Simson in eine Philisterin: Delila. Das kriegten die Philister spitz und boten Delila ungeheuer viel Geld, wenn sie dem Simson das Geheimnis seiner Kraft entlocken könnte.

Die Liebe zum Geld war bei Delila in diesem Fall deutlich stärker als die Liebe zu Simson. Mit den Waffen einer Frau schafft es Delila nach einigen vergeblichen Anläufen schließlich, dass Simson ihr das Geheimnis preisgibt. Prompt schneidet sie ihm auch die Haare ab – und die Philister können ihm ohne Gegenwehr die Augen ausstechen und ihn einkerkern.

Die Philister fühlen sich allerdings zu sicher. Bei einem Fest für ihren Götzen meinen sie, Simson als Pausenclown auftreten lassen zu können. Während dieses Festes betet Simson dann zu Gott, dass dieser ihm noch einmal Kraft schenken möge, was er dann auch erhört.

Mit einem letzten Kraftakt lehnt Simson sich an die Tempelsäulen. Diese stürzen ein und mit ihnen das Tempeldach, das alles unter sich begräbt – inklusive Simson.

Was ziehen wir für ein Fazit aus der Simson-Geschichte? Gott kann mächtig begaben, diese Gaben können zum Segen, aber auch zur Falle für einen selbst werden. Und manchmal lässt sich das eine vom anderen auch gar nicht trennen.