Tag 98

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Rut 1

Aber Rut antwortete: „Verlang nicht von mir, dass ich dich verlasse und umkehre. Wo du hingehst, dort will ich auch hingehen, und wo du lebst, da möchte ich auch leben. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da will ich auch sterben und begraben werden. Der HERR soll mich strafen, wenn ich zulasse, dass irgendetwas anderes als der Tod uns trennt!“ Als Noomi sah, dass Rut fest entschlossen war mit ihr zu gehen, bedrängte sie sie nicht weiter.

Die Geschichte der Rut hat zwar auch zur Richterzeit stattgefunden, steht aber in deutlichem Kontrast zu den turbulenten Ereignissen dieser Epoche. Wir begegnen einer Frau, die zunächst sehr selbstlos agiert. Rut stammte aus Moab (also aus Feindesland) und war keine Israelitin. Sie hatte einen Mann geheiratet, dessen Vater wegen einer Hungersnot mit seiner ganzen Familie eine neue Heimat in Moab gefunden hatte. Leider waren ihr Mann wie auch ihr Schwiegervater und ein weiterer Sohn des Mannes verstorben, sodass drei Witwen übrig blieben.

Für Witwen ohne greifbare Angehörige entstand damals ein veritables Versorgungsproblem. Daher war Noomi, die Schwiegermutter, froh, als aus der Heimat gute Kunde kam und es dem Land wieder besser ging. Nun konnte sie erwarten, Verwandte vorzufinden, die ihr halfen. Rut hätte es nicht nötig gehabt mitzukommen; sie wäre in der Heimat bestens versorgt gewesen. Dort hätte sie als junge Frau auch noch einmal heiraten können. Sie war in Israel fremd, machte sich auf den Weg in eine erhebliche Unsicherheit – alles aus Liebe zu ihrer Schwiegermutter – und (das mag entscheidend gewesen sein!) aus Liebe zu Jahwe, den sie als ihren Gott akzeptiert hat.