Tag 96

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Richter 14 und 15 in Auszügen

Als Simson und seine Eltern nach Timna hinabreisten, wurde Simson in der Nähe der Weinberge von Timna von einem jungen Löwen angegriffen. Da kam der Geist des HERRN über ihn und er zerriss den Löwen mit seinen bloßen Händen. Einige Zeit später ging er wieder nach Timna, um die Frau zu heiraten. Er verließ den Weg, denn er wollte nach dem Kadaver des Löwen sehen – und da fand er im Körper des Löwen einen Bienenschwarm und Honig. Simson holte sich mit den Händen etwas Honig heraus und aß ihn unterwegs. Sein Vater ging zu Simsons Braut hinab, und Simson veranstaltete in Timna ein Fest, wie es damals Brauch unter den jungen Männern war. Als man ihn dort sah, schickte man ihm 30 Brautbegleiter, die mit ihm feiern sollten. Simson sagte zu ihnen: „Ich will euch ein Rätsel aufgeben. Wenn ihr das Rätsel innerhalb der sieben Festtage löst, schenke ich euch 30 Unterkleider und 30 Festkleider. Könnt ihr es nicht lösen, müsst ihr mir 30 Unterkleider und 30 Festkleider geben.“ „Gut“, stimmten sie zu, „lass uns dein Rätsel hören.“

Er sagte: „Aus dem, der frisst, kam Nahrung; aus dem Starken kam Süßes.“ Drei Tage lang schafften sie es nicht, das Rätsel zu lösen. Am vierten Tag sagten sie schließlich zu Simsons Frau: „Überrede deinen Mann, uns die Lösung zu verraten, oder wir brennen das Haus deines Vaters nieder und dich gleich mit! Oder habt ihr uns vielleicht zu dem Fest eingeladen, um uns arm zu machen?“ Da ging die Frau weinend zu Simson und sagte: „Du liebst mich nicht; du hasst mich! Du hast meinen Leuten ein Rätsel aufgegeben und verrätst mir die Antwort nicht.“ Zuletzt, am siebten Tag, hielt er es nicht mehr aus und verriet ihr die Antwort, und sie sagte sie den jungen Männern. … Da kam der Geist des HERRN über ihn, und er ging hinunter in die Stadt Aschkelon, erschlug dort 30 Männer, nahm ihnen die Kleider weg und gab sie den Männern, die sein Rätsel gelöst hatten.

Simson hatte ein turbulentes Leben. Erst hatte er seine Eltern damit unangenehm überrascht, dass er eine Liebschaft mit einer Philisterin hatte, die er auch heiraten wollte. (Dies war allerdings von Gott eingefädelt worden.) Bei der JunggesellenAbschiedsparty war Simson dann in den Sinn gekommen, den Philistern eine Rätselwette anzubieten. Wer gewann, musste dem anderen eine ganze Reihe Festkleider liefern. Dummerweise verriet Simsons Verlobte den Philistern die Lösung des Quiz. Simson rächte sich indessen, indem er 30 Philister erschlug und diesen die Festkleider vom Leib riss und den Wettgewinnern überbrachte. Dann kehrte er wutentbrannt nach Hause zurück; seine Verlobte wurde unterdessen ohne sein Wissen anderweitig verheiratet. Dies stellte er dann ein paar Tage später fest, als er sie besuchen wollte.

Was nun folgte, war Teil zwei des Racheakts. Er fing 300 Füchse (eine ungewöhnliche Leistung!), band diese an den Schwänzen zusammen, brachte Feuerbrände dazwischen an und ließ sie durch die Philisterfelder laufen, so dass diese abfackelten.

Was danach geschah: Die Philister töteten die Frau und den Schwiegervater in spe. Es kam zu einer weiteren Eskalation: Zunächst schlug Simson aus Rache einige Philister brutal zusammen. Daraufhin beschlossen die Philister, sich am ganzen Stamm Juda zu rächen, und zogen gegen Juda zu Felde. Die hell entsetzten Männer aus Juda fesselten daraufhin Simson und lieferten ihn den Philistern aus. Doch beim Akt der Übergabe entledigte sich Simson seiner Fesseln und erschlug tausend Philister mit einem herumliegenden Eselskieferknochen.

Eine wüste Geschichte, dennoch hatte Gott seine Hand im Spiel; was allerdings nicht heißt, dass wir uns das ebenso sinnenlustige wie cholerische Temperament von Simson unbedingt zum Vorbild nehmen müssen.