Tag 101

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1. Samuel 1

An dem Tag, an dem Elkana sein Opfer darbrachte, gab er Peninna und jedem ihrer Söhne und Töchter ihren Anteil am Opferfleisch. Hanna jedoch gab er ein besonderes Stück, weil er sie liebte und der HERR ihr keine Kinder geschenkt hatte. Doch ihre Nebenbuhlerin Peninna machte sich über sie lustig, weil der HERR sie kinderlos gelassen hatte. Eines Tages, nachdem sie in Silo gegessen und getrunken hatten, ging Hanna zum Heiligtum des HERRN. Dort saß der Priester Eli am Platz neben dem Eingang. Hanna war ganz in ihren Kummer versunken und weinte bitterlich, während sie zum HERRN flehte. Sie legte ein Gelübde ab: „Allmächtiger HERR, wenn du mein Leid siehst und an mich denkst und mich nicht vergisst und mir einen Sohn schenkst, dann will ich ihn dir, HERR, geben. Sein ganzes Leben lang soll sein Haar niemals geschnitten werden.“ Eli beobachtete sie, während sie lange Zeit zum HERRN betete. Er sah, dass ihre Lippen sich bewegten, aber er hörte nichts, weil Hanna nur im Stillen für sich betete.

In dieser Geschichte begegnet uns wieder ein vertrautes Motiv: eine unfruchtbare Frau. Diesmal ist es Hanna, die zudem noch den Spott der anderen Frau ihres Mannes Elkana über sich ergehen lassen muss. Peninna konnte offenbar nicht verknusen, dass Elkana Hanna lieb hatte und ihr eine Extraportion Fleisch überließ, zum Trost, weil sie bislang kein Kind bekommen hatte.

Peninna vermittelt ungefähr den Charme von Aschenputtels Stiefschwestern. Aber machen wir uns nichts vor: Es gibt viele Menschen, die trotz äußerer Segnungen innerlich unzufrieden sind und dies an ihren Mitmenschen auslassen, sogar Christen. Einem anderen etwas nicht zu gönnen und dies ihn auch spüren zu lassen, ist für die Umwelt unerträglich. Leider gehört diese Herzenshaltung aber zu den hartnäckigsten Sünden.

Hanna wiederum wendet sich angesichts des fortdauernden Mobbings an den HERRN mit ihrem Herzenswunsch und einem bedeutungsvollen Schwur. Und so etwas nimmt Gott ja, wie wir wissen, sehr ernst.