Tag 106

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1. Samuel 5 und 6 in Auszügen

Die Philister brachten die Lade Gottes von Eben-Eser nach Aschdod. Sie trugen sie in den Tempel von Dagon und stellten sie neben dessen Standbild auf. Doch als die Bürger von Aschdod am nächsten Morgen in den Tempel von Dagon kamen, war Dagon umgefallen und lag mit dem Gesicht zur Erde vor der Lade des HERRN. Sie nahmen das Standbild und stellten es wieder auf. Doch als sie früh am nächsten Morgen kamen, lag das Standbild wieder mit dem Gesicht zur Erde vor der Lade des HERRN. Diesmal lagen sein Kopf und seine Hände abgeschlagen im Eingang. Nur sein Rumpf war unbeschädigt. Daraufhin versetzte der HERR die Bewohner von Aschdod und den umliegenden Dörfern in Schrecken und plagte sie mit Geschwüren. Also schafften sie die Lade des Gottes Israels nach Gat. Doch als die Lade dort eintraf, begann der HERR die Bevölkerung von Gat, Jung und Alt, mit Geschwüren zu plagen, sodass eine gewaltige Panik ausbrach. Daraufhin schickten sie die Lade Gottes in die Stadt Ekron, doch als die Leute sie kommen sahen, riefen sie: „Sie bringen die Lade des Gottes Israels hierher, um auch uns umzubringen!“ Danach riefen die Philister ihre Priester und Wahrsager zusammen und fragten sie: „Was sollen wir mit der Lade des HERRN machen? Sagt uns, wie wir sie in ihr Land zurückschaffen können.“ „Schickt die Lade des Gottes Israels zurück, aber sie darf nicht leer sein“, lautete die Anweisung. „Schickt eine Opfergabe zur Versöhnung eurer Schuld. Dann werdet ihr wieder gesund werden und erkennen, warum er euch so geplagt hat.“ … Der HERR tötete 70 Männer aus Bet-Schemesch, weil sie in die Lade des HERRN hineingeschaut hatten, und das Volk trauerte sehr über die harte Bestrafung des HERRN.

Zwei Götter sind besser als einer, so dachten sich die Philister und stellten die Bundeslade in einen Tempel neben ihren Leibund Magengötzen Dagon. Das Ergebnis war aber schockierend: Anderntags lag das Standbild bäuchlings auf dem Fußboden. Das hielt man wohl noch für einen Unfall oder Zufall – als aber am folgenden Tag das Götzenbild im Tempel verstümmelt herumlag, beschlich die Philister das kalte Grausen. Zu allem Überfluss wurden die Leute in der Stadt auch noch krank, sodass sie sich entschlossen: „Bloß weg mit der Bundeslade.“ Sie versuchten es dann mit der nächsten Stadt. Wieder wurden die Leute krank und starben. Dass die dritte Stadt dann dankend die Bundeslade ablehnte und vorschlug, sie den Israeliten wiederzubringen, überrascht da nicht weiter.

Später wurde dann die Bundeslade – mit Versöhnungsgeschenken versehen – auf die Rückreise nach Israel geschickt, gezogen von einem „unbemannten“ Kälbergespann. Als dann die Israeliten in der Grenzstadt ihr wiedergefundenes Heiligtum wahrnahmen, waren sie völlig aus dem Häuschen. Leider riskierten bei dieser Gelegenheit 70 Männer unvorsichtigerweise einen Blick zu viel in die Bundeslade. Das aber hatte Gott in seinem Gesetz verboten, und daher mussten diese Leute sterben. Auch dem Feind nützt die Lade als Talisman also nichts; und wer mit Gottes Heiligkeit leichtfertig umgeht, hat guten Grund, es mit der Angst zu tun zu bekommen.