Tag 107

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1. Samuel 8

Schließlich kamen die Ältesten Israels in Rama bei Samuel zusammen. „Sieh her“, sagten sie zu ihm, „du bist jetzt alt und deine Söhne sind nicht wie du. Gib uns einen König, der über uns richtet, wie ihn alle anderen Völker haben.“ Samuel war sehr ärgerlich über ihre Bitte, ihnen einen König zu geben, um über sie Recht zu sprechen, und fragte den HERRN um Rat. „Hör auf die Stimme des Volkes, auf alles, was sie sagen“, antwortete der HERR, „denn nicht dich weisen sie zurück, sondern mich. Sie wollen mich nicht länger als König. Erfüll ihre Bitte, aber warne sie deutlich davor, wie ein König über sie herrschen wird.“

Samuel war eine überaus angesehene Persönlichkeit in Israel. Er hatte die Israeliten sogar zum Sieg gegen die Philister geführt und war nachher als Richter eine allseits akzeptierte Autorität.

Aber was für eine tragische Dopplung der Ereignisse: Auch Samuels Söhne entschieden sich für einen korrupten Lebenswandel. Es waren zwar keine Priester, aber von den Söhnen einer solch gottesfürchtigen Person hätte man doch etwas anderes erwartet.

Ohne Zweifel hat ein gläubiges Elternhaus meistens einen positiven Einfluss auf das Leben der Kinder. Sehr oft halten diese dann am Glauben fest. Aber dafür gibt es keine Garantie. Viele ernstlich bemühte (und auch betende) Eltern müssen erschrocken feststellen, dass ihre Kinder später mit dem Glauben nichts zu tun haben möchten. Das wird dann für die Eltern zu einer Glaubensprüfung.

Als die Ältesten Israels angesichts der familiären Situation eine Führungskrise prognostizieren, machen sie Samuel den Vorschlag, einen König zu wählen wie die Völker ringsum auch. Dies war keineswegs der Wille des HERRN, wie dieser Samuel deutlich macht. Doch Gott sagt Samuel zu, die Bitte zu erfüllen. Allerdings soll er vor den Folgen des Königtums massiv warnen. Das tat er dann auch, doch ließen die Israeliten sich trotz dieser Negativwerbung nicht von ihrem Weg abbringen.

Es ist spannend, dass Gott mit seinen Leuten argumentiert, aber deren eigene Wege durchaus respektiert. Er ist kein Gott, der den Menschen seinen Willen aufzwingt.