Tag 109

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1. Samuel 13

Kaum hatte er die Opferhandlung vollzogen, traf Samuel ein. Saul ging ihm entgegen und begrüßte ihn, aber Samuel sagte: „Was hast du getan?“ Saul antwortete: „Ich musste mit ansehen, wie mir die Männer davonliefen, und du bist nicht zum vereinbarten Zeitpunkt erschienen, während die Philister schon in Michmas bereitstanden. Da habe ich mir gesagt: ,Die Philister wollen mich in Gilgal angreifen, und ich habe noch nicht einmal den HERRN um Hilfe gebeten!‘ So sah ich mich gezwungen, das Brandopfer selbst darzubringen.“ „Wie dumm von dir!“, rief Samuel zu Saul. „Du hast das Gebot des HERRN, deines Gottes, das er dir gegeben hat, nicht befolgt. Hättest du das getan, hätte der HERR dein Königtum über Israel für immer bestehen lassen. So aber wird deine Herrschaft nicht von Dauer sein, denn der HERR hat sich einen Mann nach seinem Herzen ausgesucht.“

Einige Jahre sind vergangen. Saul hatte beachtliche militärische Erfolge erzielt, Samuel war offiziell abgetreten. Jetzt sah sich Israel wieder einmal einer massiven Bedrohung durch die Philister ausgesetzt. Angesichts deren Übermacht sah es schlecht aus. Saul hatte sich mit Samuel schon zuvor zum Gespräch in Gilgal verabredet (10,8), um weitere Maßnahmen zu erörtern. Doch der ließ auf sich warten. Saul aber geriet in Panik, einige seiner Krieger suchten schon das Weite. Also griff Saul zur Selbsthilfe: Er brachte schon einmal Opfer dar – doch genau das war gegen die Abmachung mit Samuel und gegen die Gebote Gottes. Kaum war das Opfer auf dem Feuer, tauchte Samuel auf – hell entsetzt über das eigenmächtige Vorgehen des Königs.

Saul hatte die Geduldsprobe nicht bestanden, also, so kündigt Samuel ihm an, wird seine Herrschaft befristet sein. Sein Nachfolger steht sozusagen bereits auf der Matte.

Angesichts der Geduldsproben, die Gott einem zumutet, ist man als Mensch immer geneigt, ihm vorzugreifen. Es ist eine beständige Versuchung in unserem Leben, Gott durch eigenes Tun auf die Sprünge zu helfen, statt auf seinen Zeitpunkt zu warten. Dadurch können wir uns vieles verscherzen oder müssen leidvolle Umwege gehen.