Tag 111

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1. Samuel 16

Der HERR sprach zu Samuel: „Wie lange willst du noch um Saul trauern? Ich habe mich von ihm als König über Israel abgewandt. Jetzt füll dein Horn mit Öl und mach dich auf den Weg. Such in Bethlehem einen Mann namens Isai auf, denn ich habe mir unter seinen Söhnen einen als König ausgewählt.“ … Als sie kamen, sah Samuel Eliab an und dachte: „Sicher ist das der Gesalbte des HERRN!“ Doch der HERR sprach zu Samuel: „Lass dich nicht von seinem Äußeren oder seiner Größe blenden, ich habe ihn nicht erwählt. Der HERR entscheidet nicht nach den Maßstäben der Menschen! Der Mensch urteilt nach dem, was er sieht, doch der HERR sieht ins Herz.“ Dann befahl Isai seinem Sohn Abinadab, vor Samuel hinzutreten. Aber Samuel sagte: „Auch ihn hat der HERR nicht ausgewählt.“ … „Der Jüngste fehlt noch“, antwortete Isai. „Er ist draußen auf den Feldern und hütet die Schafe.“ „Lass ihn sofort holen“, sagte Samuel. „Wir können nicht anfangen, bis er da ist.“ Da ließ Isai ihn holen. Er war sonnengebräunt, gut aussehend und hatte schöne Augen. Und der HERR sprach: „Ja, das ist er; salbe ihn.“ Und während David inmitten seiner Brüder stand, nahm Samuel das Öl, das er mitgebracht hatte, und goss es über Davids Kopf aus. Von diesem Tag an kam der Geist des HERRN über ihn und verließ ihn nicht mehr. Danach kehrte Samuel nach Rama zurück.

Dass die Absetzung Sauls nicht spurlos an Samuel vorübergegangen war, zeigt der erste Satz dieses Abschnitts. Dennoch war es Zeit für einen neuen König. Gott sorgt für eine Gelegenheit, bei der Samuel ohne großes öffentliches Aufsehen (und ohne Wissen Sauls) den neuen König in Augenschein nehmen kann.

Apropos Augenschein: Angesichts der vielen Prachtkerle unter den Söhnen Isais kann sich Samuel gar nicht entscheiden, wer der neue König sein soll – muss er aber auch nicht, denn Gott zeigt ihm, dass seine Wahl auf den Jüngsten gefallen ist, den sein Vater außen vor gelassen hatte, weil es ihm absurd erschienen war, dass David überhaupt ernstlich in die engere Wahl kommt.

Eine Lektion in Sachen Optik: Der Mensch sieht zwar einen attraktiven jungen Mann, der aber eben nur ein Hirtenjunge war, ein Hilfsarbeiter selbst in der eigenen Familie. Gott sieht aber das Herz an. Dabei wird es ihm weniger auf soft skills angekommen sein wie modernen Personalchefs. Entscheidend war, dass David ein brennendes Herz für den HERRN hatte.