Tag 124

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2. Samuel 3-5

Der Krieg zwischen den Anhängern Sauls und den Anhängern Davids ging weiter. Abner wurde zum mächtigen Anführer derer, die dem Königshaus Sauls treu geblieben waren. Nun hatte Saul eine Nebenfrau gehabt namens Rizpa. Eines Tages beschuldigte Isch-Boschet Abner: „Warum hast du mit der Nebenfrau meines Vaters geschlafen?“ Über diese Frage Isch-Boschets wurde Abner sehr zornig. „Bin ich vielleicht ein judäischer Hund?“, schrie er. „Dies nach allem, was ich bis heute für die Familie deines Vaters Saul, seine Verwandten und Freunde getan habe. Ich habe dich davor bewahrt, dass du David in die Hände fällst, und du beschimpfst mich wegen dieser Frau? Deshalb werde ich David Sauls Königreich übergeben und ihn zum König über Israel und Juda von Dan bis Beerscheba machen.“

Daraufhin schickte Abner Boten zu David und ließ ihm sagen: „Wem gehört das Land? Lass uns einen Bund schließen, und ich will dir dazu verhelfen, dass sich dir ganz Israel zuwendet.“ „Gut“, antwortete David, „ich schließe einen Bund mit dir, aber unter einer Bedingung: Ich verhandle nicht mit dir, wenn du mir nicht meine Frau Michal, Sauls Tochter, mitbringst.“ Zugleich schickte David Boten zu Isch-Boschet, dem Sohn Sauls, und ließ ihm ausrichten: „Gib mir meine Frau Michal zurück …“ Da ließ Isch-Boschet Michal von ihrem Ehemann Paltiël wegholen. Paltiël folgte ihr weinend bis nach Bahurim, dann sagte Abner zu ihm: „Geh nach Hause!“ Da erst kehrte Paltiël um. … Danach zogen alle Stämme Israels nach Hebron zu David und sagten: „Wir alle gehören zu deinem Volk. Schon lange, selbst als Saul noch unser König war, hast du das Heer Israels im Kampf angeführt. Und der HERR hat dir zugesagt: ,Du wirst wie ein Hirte mein Volk Israel führen und wirst der Anführer Israels sein.‘“ Und so schloss König David bei Hebron vor dem HERRN einen Bund mit den Ältesten Israels. Und sie salbten ihn zum König über Israel.

Also doch: Es lebe der König! Schlussendlich muss Israel auch David als Herrscher anerkennen. Allerdings gab es vorher wieder einmal Verwicklungen: Abner hatte ein Techtelmechtel mit der Ex-Nebenfrau Sauls angefangen. Isch-Boschet bekam dann einen akuten Anfall von Dünkel und meinte, dass das wohl unpassend für Abner sei. Das brachte Abner derart auf hundertachtzig, dass er auf dem Absatz kehrtmachte und zu David überlief. Isch-Boschet hingegen blieb ziemlich kleinlaut zurück.

David war dann ganz erfreut über die unverhoffte Verstärkung, wollte aber seine im Gebiet des Isch-Boschet lebende (Ex-?)Frau Michal wiederhaben. Das sagte Abner zu, und nun musste der Interimsgatte in die Röhre gucken, was allerdings sehr herzbewegend in der Bibel geschildert ist (2.Samuel 3,14-15).

Abner erwies sich als geschickter Unterhändler und überzeugte auch die israelitischen Stämme, dass es besser sei, sich David unterzuordnen. So sollte es zu einem großen Friedensschluss kommen, wenn da nicht noch Davids Militärchef Joab gewesen wäre, der sich vor Neid giftete, dass plötzlich Abner bei David hoch im Kurs stand. Was tut man in einem solchen Fall? Richtig: Man ermordet seinen Widersacher. Hinzu kam, dass Joab ohnehin noch eine alte Rechnung zu begleichen hatte, denn schließlich hatte Abner Jahre zuvor seinen Bruder Asaël getötet.

Und was macht David? Er spricht einen halbherzigen Fluch gegen Joab aus und zuckt ansonsten öffentlich mit den Achseln: „Was soll ich machen? Joab ist einfach zu stark!“ Der Gesalbte Gottes als Jammerlappen.

Der Dünnmann Isch-Boschet schließlich wird von zwei Brüdern im Schlaf geköpft. Nach einem nächtlichen Marathonlauf konnten die Attentäter König David freudestrahlend den Schädel überreichen. Und die Belohnung? Denkste! Wir konnten es schon im Ansatz ahnen: Auch diese „Freudenboten“ wurden exekutiert.