Tag 148

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2. Könige 4

Als sie zu dem Mann Gottes auf dem Berg kam, umklammerte sie seine Füße. Gehasi wollte sie wegstoßen, aber Elisa sagte: „Lass sie. Irgendetwas macht ihr großen Kummer, aber der HERR hat mir nicht gesagt, was.“ Da sagte sie: „Habe ich meinen Herrn um einen Sohn gebeten? Ich habe dir doch gesagt: ,Mache mir keine falschen Hoffnungen!‘“ Da sagte Elisa zu Gehasi: „Mach dich reisefertig; nimm meinen Stab und geh! Sprich mit niemandem und wenn dich jemand grüßt, dann reagiere nicht. Leg dem Kind meinen Stab aufs Gesicht.“ Doch die Mutter des Jungen sagte: „So wahr der HERR lebt und du selbst auch: Ich werde dich nicht loslassen.“ Also kehrte Elisa mit ihr zurück. Gehasi lief schnell voraus und legte dem Kind den Stab aufs Gesicht, aber nichts geschah. Es zeigte kein Lebenszeichen. Er kehrte um, lief Elisa entgegen und sagte: „Das Kind ist nicht aufgewacht.“

Als Elisa im Haus eintraf, war das Kind wirklich tot. Es lag auf dem Bett des Propheten. Er ging ins Zimmer hinein, schloss die Tür hinter sich und betete zum HERRN. Dann stand er auf, legte sich über das Kind und presste seinen Mund auf den Mund des Kindes, seine Augen auf dessen Augen und seine Hände auf dessen Hände. Als er sich über ihn beugte, wurde der Körper des Kindes wieder warm. Elisa stand auf und ging ein paar Mal im Zimmer auf und ab. Dann beugte er sich wieder über das Kind. Diesmal nieste der Junge sieben Mal und schlug die Augen auf.

Ausnahmsweise ist es hier keine Witwe, sondern eine verheiratete Frau, der Elisa hilft. Dennoch sind die ehelichen Verhältnisse merkwürdig. Der Mann ist entweder extrem wortkarg oder er hat bei der Frau nichts zu sagen, ganz klar wird’s nicht. Jedenfalls ist – wie so oft – die Frau die religiös Ansprechbare und außerdem besonders praktisch veranlagt. Sie nimmt Elisa und offensichtlich auch seinen Adlatus Gehasi als Untermieter auf. Was passiert? Wie häufiger in der Bibel scheint die Frau unfruchtbar, kann aber dann doch ein Kind gebären, was Elisa voraussagt.

Nach einigen Jahren wird der Junge auf dem Feld plötzlich von starken Kopfschmerzen geplagt. Schließlich stirbt er in den Armen seiner Mutter. Diese an sich endgültige Tatsache hält die Frau aber nicht davon ab, weiterzuglauben. Sie macht sich auf den Weg zu Elisa, der inzwischen auf dem Karmel lebt. Nur er kann helfen, meint die Frau. Es reiche auch nicht sein Diener oder sein Stab, nur Elisa persönlich – und genauso erweist es sich dann als richtig. Der Junge wird in der Tat von Elisa aus dem Tod erweckt.

Gegen den Augenschein weiterglauben, auch wenn das Leben uns abschlägige Bescheide liefert – die Frau liefert uns ein wunderbares Vorbild. Oft werfen wir doch im Glauben leicht die Flinte ins Korn und resignieren schon in ganz anderen Fällen. Weiterglauben! Eine Botschaft an uns, die Jesus dann im Neuen Testament besonders eindrücklich verkünden wird.