Tag 147

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2. Könige4

„Deine Dienerin hat nichts mehr, nur einen Krug Öl“, antwortete sie. Da befahl Elisa ihr: „Geh und leih dir von deinen Freunden und Nachbarn so viele leere Krüge wie möglich. Dann geh mit deinen Söhnen in dein Haus und schließ die Tür hinter euch. Gieß das Öl in die Gefäße und stell sie beiseite, wenn sie voll sind.“ Sie tat, was er ihr befohlen hatte. Ihre Söhne brachten ihr leere Gefäße und sie füllte eines nach dem anderen. Bald waren alle Behälter bis zum Rand gefüllt. „Bring mir noch einen Krug“, sagte sie zu einem ihrer Söhne. „Es sind keine mehr da!“, antwortete er. Und in diesem Augenblick versiegte das Öl.

Auch Elisa erweist sich (wie Elia) als Experte in Sachen Ölbeschaffung für eine Witwe. In diesem Fall droht nicht der Hungertod, sondern die Privatinsolvenz. Das konnte damals Sklaverei bedeuten. Elisas Bitte ist ungewöhnlich: Wie würden wir reagieren, wenn wir den Auftrag bekämen, alle verfügbaren Tupperschüsseln aus der Nachbarschaft auszuborgen? Mit welcher Begründung eigentlich? „Ich kriege demnächst eine größere Öllieferung“? Aber sie gehorcht der ungewöhnlichen Anordnung und gießt das wenige Öl, das sie noch selbst hat, in alle Gefäße. Zu ihrer Überraschung reicht es aus, um alle Schulden zu bezahlen.

Ist es auch heute so? Gibt Gott uns ungewöhnliche und zunächst unverständliche Aufträge, die wir nur einfach ausführen müssen, und schon geschehen Wunder? Und wie kann man die eigenen schrägen Gedanken, etwa im Gebet, vom Reden Gottes unterscheiden? Es ist nicht die Regel, dass Gott uns bizarr anmutende Dinge zumutet. Als Christen können wir den Blick auf das Nächstliegende richten und müssen nicht auf irrationale Anweisungen aus dem Himmel warten. Meist verlangt Gott nur, das zu tun, was wir aus der Bibel verstehen. Wir müssen nicht auf Offenbarungen warten, die wir nicht verstehen. Dennoch gibt es sicher Grenzsituationen (auch die Witwe war in einer solchen), in denen uns Ungewöhnliches zugemutet wird. Wenn das dann der Fall sein sollte, dürfen wir auch Wege beschreiten, die vom Alltäglichen abweichen. Aber es sind große Ausnahmen – und nicht die Regel.