Tag 155

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Hiob 2

Da fragte der HERR den Satan: „Hast du meinen Knecht Hiob gesehen? Er ist der beste Mensch, der auf der Erde lebt – er ist rechtschaffen, aufrichtig, gottesfürchtig und verabscheut das Böse. Und er hält an seinem Glauben fest, obwohl du mich überredet hast, ihm ohne Grund Leid zuzufügen.“ Der Satan antwortete dem HERRN: „Bisher ist er auch noch mit heiler Haut davongekommen. Wenn er damit sein Leben retten kann, gibt ein Mensch alles her, was er besitzt. Doch nimm ihm seine Gesundheit und er wird sich bestimmt von dir lossagen!“ „Gut“, sagte der HERR zum Satan, „mach mit ihm, was du willst. Nur das Leben darfst du ihm nicht nehmen.“ Da entfernte sich der Satan aus der Gegenwart des HERRN und suchte Hiob von Kopf bis Fuß mit Ekel erregenden Geschwüren heim. Daraufhin setzte Hiob sich mitten in die Asche und kratzte sich mit einer Tonscherbe. Seine Frau sagte zu ihm: „Willst du etwa immer noch an deiner Frömmigkeit festhalten? Sag dich von Gott los und stirb!“ Doch Hiob antwortete: „Du sprichst wie eine Frau, die dumm und gottlos ist. Sollen wir das Gute aus Gottes Hand nehmen, das Schlechte aber ablehnen?“ Und noch immer sprach Hiob kein sündiges Wort gegen Gott.

Die Szenen wiederholen sich. Hiob hat die große Prüfung seines Glaubens bestanden, und Gott kann – so scheint es hier – stolz auf ihn sein. Aber der Satan wird nicht müde, den Glauben des Hiob weiter anzuzweifeln. Und Gott gewährt ihm, dass er sogar Hiobs Gesundheit attackieren darf.

Hiobs Frau zumindest macht nun mit Gott Schluss. Wir wissen zwar nichts von ihrer eigenen Frömmigkeit, als es ihr noch gut ging. Doch offenbar hat sie nicht das Standvermögen, Gott noch weiter zu vertrauen. Man weiß auch nicht, was für Hiob nun die größere Anfechtung ist: sein Leiden oder die Resignation seiner Frau. Nun hat Hiob wirklich keinen menschlichen Strohhalm mehr, an den er sich klammern kann. Es bleibt ihm quasi gar nichts anderes übrig, als sein Vertrauen ausschließlich auf Gott zu setzen.

Auch wenn es uns objektiv gesehen vielleicht nicht gar so drastisch trifft wie Hiob, so lässt Gott auch uns Situationen erleben, in denen alles in Scherben geht, was wir bislang auf der Habenseite unseres Lebens verbucht haben. Aber solche Krisen können dann zum Durchbruch zu einem neuen Verständnis von Gott werden.