Tag 154

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Hiob 1

Eines Tages, als Hiobs Söhne und Töchter im Haus ihres ältesten Bruders miteinander aßen und Wein tranken, traf ein Bote bei Hiob ein und überbrachte ihm folgende Nachricht: „Deine Ochsen waren beim Pflügen, und die Esel weideten daneben, als die Sabäer uns plötzlich überfielen. Sie raubten uns die Tiere und töteten die Knechte. Ich bin als Einziger entkommen, um es dir zu sagen.“ … Während der Mann noch redete, folgte ein weiterer Bote mit einer Nachricht: „Deine Söhne und Töchter haben im Haus ihres ältesten Bruders ein Fest gefeiert. Plötzlich kam ein heftiger Wüstensturm auf und traf das Gebäude mit voller Wucht. Es stürzte ein und hat alle deine Kinder unter sich begraben. Ich bin als Einziger entkommen, um es dir zu sagen.“ Da stand Hiob auf und zerriss seine Kleider. Er schor sich den Kopf, warf sich vor Gott zu Boden und sagte: „Nackt bin ich aus dem Leib meiner Mutter gekommen, und nackt werde ich sein, wenn ich sterbe. Der HERR hat mir alles gegeben und der HERR hat es mir wieder weggenommen. Gelobt sei der Name des HERRN!“ Trotz allem, was geschehen war, versündigte Hiob sich nicht gegen Gott und sagte nichts Ungehöriges.

Der Begriff „Hiobsbotschaft“ wird heute gebraucht, wenn von einer sehr schlechten Nachricht die Rede ist. Wobei es schon schwer genug ist, eine schlechte Nachricht zu ertragen. In der echten Hiobs-Geschichte haben die Unheilsboten noch nicht einmal die Zeit, sich die Klinke in die Hand zu geben. In wenigen Minuten spielt sich ein Lebens-GAU sondergleichen ab.

Man hätte erwarten dürfen, dass nun auch Hiob tief gehende Anfragen an Gott hat (oder gleich den Strick nimmt). Immerhin lebte er bis dahin auf der Straße sichtbaren Segens, da war eine solche Entwicklung für ihn ein abgrundtiefer Sturz.

Doch nichts von dem: Zwar ist Hiob äußerst erschüttert, aber er demonstriert, dass seine Frömmigkeit eben tiefer ist und sie ihn auch noch dann trägt, wenn es ganz dicke kommt. Er befiehlt sein Leben dem HERRN an. Vielleicht zeigt sich das Geheimnis eines wirklich gesegneten Lebens erst dann, wenn die äußeren Anzeichen des Segens verschwunden sind und der Mensch dann Gott noch immer vertraut.