Tag 301

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Johannes 11

In Betanien berichtete man Jesus, dass Lazarus schon vier Tage im Grab lag. Als Marta erfuhr, dass Jesus auf dem Weg zu ihnen war, eilte sie ihm entgegen. Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: „Herr, wärst du hier gewesen, wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch so weiß ich, Gott wird dir alles geben, was auch immer du ihn bittest.“ Jesus sagte zu ihr: „Dein Bruder wird auferstehen.“ „Ja“, erwiderte Marta, „am Tag der Auferstehung, wenn alle Menschen auferstehen.“ Jesus sagte zu ihr: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Er wird ewig leben, weil er an mich geglaubt hat, und niemals sterben. Glaubst du das, Marta?“ … Als Jesus die weinende Maria und die Leute sah, die mit ihr trauerten, erfüllten ihn Zorn und Schmerz. „Wo habt ihr ihn hingelegt?“, fragte er. Sie antworteten: „Herr, komm mit und sieh.“ Da weinte Jesus. Die Leute, die in seiner Nähe standen, sagten: „Seht, wie sehr er ihn geliebt hat.“ Einige meinten jedoch: „Dieser Mann hat doch einen Blinden geheilt. Warum konnte er Lazarus nicht vor dem Tod bewahren?“ Und wieder war Jesus innerlich erschüttert, während er zum Grab ging. Es war eine Gruft, vor deren Eingang man einen Stein gerollt hatte. „Rollt den Stein fort“, befahl Jesus. Doch Marta, die Schwester des Verstorbenen, wandte ein: „Herr, inzwischen wird der Gestank schrecklich sein, denn er ist schon seit vier Tagen tot.“ Jesus erwiderte: „Habe ich dir nicht gesagt, dass du die Herrlichkeit Gottes sehen wirst, wenn du glaubst?“ Da rollten sie den Stein beiseite. Dann blickte Jesus zum Himmel auf und sagte: „Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich weiß, dass du mich immer erhörst, doch ich sage es wegen der vielen Menschen, die hier stehen, damit sie glauben können, dass du mich gesandt hast.“ Dann rief er mit lauter Stimme: „Lazarus, komm heraus!“ Und Lazarus kam heraus. Er war in Grabtücher gewickelt und sein Kopf war mit einem Tuch verhüllt. Jesus sagte: „Löst die Binden und lasst ihn gehen!“

Musste das sein? Überspannt Jesus nicht den Bogen ein wenig? Jesus scheint hier einen extrem dicken Nerv zu haben. Als die Schwestern die Nachricht übermittelten, meinte Jesus, dass die Krankheit des Lazarus nicht zum Tod führen wird. Dann wartet er noch zwei Tage ab, wobei er schließlich weiß, dass Lazarus tot ist. Am Ende kommt es dann zu einer extrem spektakulären Totenauferweckung. Aber warum das Ganze? Warum hatte er ihn nicht vorher geheilt?

Wir werden in unserem Leben von Gott auf die Folter gespannt. Wir erleben Unbegreifliches, Enttäuschendes und auch Ereignisse, die klar gegen das zu sein scheinen, was Gott selbst uns gesagt hat. Diese Geschichte zeigt, warum Gott so mit uns handelt. Nicht unbedingt, um unsere Nerven zu stählen (obwohl das ein „Abfallprodukt“ dieses Handelns sein kann), sondern um das Vertrauen auf die Wirksamkeit Gottes zu vertiefen.

Die Auferweckung des Lazarus ist nur ein Vorgeplänkel zur „eigentlichen“ Totenauferstehung, aber auch für die Umstehenden ein Zeichen dafür, dass es für Jesus keine Grenze gibt, die er nicht überschreiten könnte.