Matthäus 28
Jesus kam und sagte zu seinen Jüngern: „Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht sie zu Jüngern. Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alle Gebote zu halten, die ich euch gegeben habe. Und ich versichere euch: Ich bin immer bei euch bis ans Ende der Zeit.“
Apostelgeschichte 1
Nicht lange nachdem er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen in den Himmel aufgehoben und verschwand in einer Wolke. Während sie ihm nachschauten, standen plötzlich zwei weiß gekleidete Männer bei ihnen. Sie sagten: „Männer aus Galiläa, warum steht ihr hier und starrt zum Himmel? Jesus ist von euch fort in den Himmel geholt worden. Eines Tages wird er genauso wiederkommen, wie ihr ihn habt fortgehen sehen!“
Das ist eine arge Geduldsprobe für die Jünger. Zwar war der erste Schreck nach der Kreuzigung durch die Ereignisse im Gefolge der Auferstehung verdaut, aber offenbar geht es noch immer nicht „richtig los“. Die Apostel erwarten jetzt, dass Jesus nun auch auf irdischem Gebiet Klarschiff macht, doch in dieser Hinsicht muss er sie enttäuschen. Dennoch erweitert er gewaltig die Perspektive der Jünger, und zwar in zwei Richtungen.
Zum einen werden sie neue Kraft von Gott empfangen, und zwar durch den Heiligen Geist, der sie auch darüber hinwegtrösten wird, dass Jesus nicht mehr als Mensch unter ihnen weilt. Der Geist befähigt auch, die zweite Horizonterweiterung in Angriff zu nehmen. Hier zeigt sich nun explizit, dass das Heil sich nicht auf Israel beschränken soll, sondern universal gilt. Dementsprechend soll die gute Nachricht von Jesus auch in den letzten Winkel getragen werden, beginnend allerdings vor Ort in Jerusalem. Das sind die letzten Worte Jesu, bevor er in den Himmel aufgenommen wird, was die Bibel (wie alle Wunder) auch nicht haarklein beschreibt.
Der Empfang des Missionsbefehls war bei den Jüngern damals mit genauso viel Bammel verbunden gewesen wie zumeist bei uns, wenn wir an Mission denken (insbesondere an Auslandsmission in schwierigen Gebieten). Dennoch bleibt bestehen, dass wir dazu aufgefordert sind, die Komfortzone örtlicher Frömmigkeit zu verlassen und nach dem Motto „Think big!“ zumindest prinzipiell die ganze Welt in Angriff zu nehmen. Nicht jeder Christ kann und soll in fernen Ländern missionieren. Aber angesichts dieser deutlichen Worte braucht man eigentlich eine klare Berufung, nicht in alle Welt zu gehen, sondern daheimzubleiben.
