Apostelgeschichte 2
Am Pfingsttag waren alle versammelt. Plötzlich ertönte vom Himmel ein Brausen wie das Rauschen eines mächtigen Sturms und erfüllte das Haus, in dem sie versammelt waren. Dann erschien etwas, das aussah wie Flammen, die sich zerteilten, wie Feuerzungen, die sich auf jeden Einzelnen von ihnen niederließen. Und alle Anwesenden wurden vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu sprechen, wie der Heilige Geist es ihnen eingab. Damals lebten in Jerusalem gottesfürchtige Juden aus vielen verschiedenen Ländern. Als sie das Brausen hörten, liefen sie herbei. Bestürzt hörte jeder von ihnen die Versammelten in seiner eigenen Sprache reden. … Erstaunt und verwirrt standen sie da. „Was mag das bedeuten?“, fragten sie einander. Doch manche spotteten auch: „Die sind nur betrunken, das ist alles.“
Dieses Ereignis nennt man auch den Geburtstag der Gemeinde. Die Geburtstagsparty war jedenfalls sehr lebendig. Damit ein für alle Mal sichtbar ist, dass das Wirken des Heiligen Geistes begonnen hat, geschieht zunächst ein optisches Wunder: Himmlische Feuerflammen ließen sich auf die Köpfe der Versammelten nieder. Dazu kam ein akustisches Wunder: Die Menschen redeten in unterschiedlichen Sprachen (obwohl sie eigentlich alle keine Fremdsprachenkenntnisse hatten). Das fiel umso mehr auf, da sich auf dem Fest Juden aus aller Herren Länder befanden, die sich unverhofft angesprochen fühlen konnten. Die sprachlich weniger Versierten hielten es aber für das Gelalle von Betrunkenen.
Ein solches verbales Multikulti-Wunder war ein einmaliger Vorgang von hohem Aufmerksamkeitswert. Es deutete an, dass sich der Heilige Geist nicht auf eine Sprache festlegen lässt; auch zeigt es, dass er die Kraft hat, Leute miteinander zu vereinen, die sich vorher nicht einmal verständigen konnten.
