Tag 175

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Psalm 119

Glücklich sind die Menschen, die ihr Leben aufrichtig leben, die das Gesetz des Herrn befolgen.
Glücklich sind die, die sich an seine Weisungen halten und ihn von ganzem Herzen suchen.
Sie tun nichts Böses,
sondern gehen auf den Wegen Gottes. … Wie süß schmecken mir deine Worte, sie sind süßer als Honig.

Deine Gebote machen mich einsichtig, deshalb hasse ich alle falschen Wege.
Dein Wort ist eine Leuchte für meinen Fuß und ein Licht auf meinem Weg.

Dieser Text ist ein Lob auf das Gesetz Gottes. Dieses Lob ist in diesem bei weitem längsten Psalm denkbar breit zum Ausdruck gebracht. Im Grundtext fangen die einzelnen Abschnitte mit den hebräischen Buchstaben in der Reihenfolge des Alphabets an. Es handelt sich also um eine besondere Kunstform.

Wir Menschen heute finden diese Liebe zum Gesetz befremdlich. Modernen Menschen erscheint es als eine Zumutung, einem festgeschriebenen Kodex gemäß zu leben – und auch noch über die Maßen dankbar dafür zu sein. Doch für den Israeliten war das Gesetz die Lebensäußerung Gottes. Im Gesetz hat sich der Wille Jahwes offenbart, und aus konsequentem Gehorsam ist das Gesetz für die Israeliten zur Quelle des Lebens geworden.

Aber was können wir Christen, für die das Gesetz nun nicht mehr Richtschnur ist, mit so einem Psalm anfangen? Das persönliche Verhältnis zum Gesetz ist bei uns Christen einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus gewichen. Das Gesetz ist uns durch den Heiligen Geist in unsere Herzen geschrieben. Das, was wir in diesem Geist tun, ist gleichzeitig gesetzgemäß, weil es dem Geist des Gesetzes entspricht, auch wenn es manchmal gegen den Buchstaben des Gesetzes geht.

Wenn wir dies im Hinterkopf haben, erschließt sich uns bei diesem Psalm eine ganz neue Perspektive.