Tag 189

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Hosea 3

Dann sprach der HERR zu mir: „Geh und liebe nochmals eine Frau, auch wenn sie sich nebenbei von anderen Männern lieben lässt und ständig die Ehe bricht. Denn der HERR liebt die Kinder Israels noch immer, obwohl sie andere Götter verehren und Rosinenkuchen lieben.“ So kaufte ich mir eine Frau für 15 Silberstücke und ein Homer Gerste und ein Letech Gerste. Dann sagte ich ihr: „Du sollst lange Zeit in meinem Haus leben ohne zu huren. In dieser Zeit wirst du mit niemandem Geschlechtsverkehr haben, nicht einmal mit mir.“ Das ist ein Sinnbild dafür, dass Israel lange Zeit ohne König oder Fürst sein wird, ohne Opfer, Tempel, Priester – ja, auch ohne Götzen! Aber danach wird das Volk zum HERRN, seinem Gott, und zu dem Nachkommen Davids, seinem König, zurückkommen. In den letzten Tagen werden die Menschen vor den HERRN treten, zitternd vor Ehrfurcht, und seine guten Gaben entgegennehmen.

Die eigentümliche Botschaft Gottes mit der Familie Hoseas geht weiter. Hätte es damals Reality-TV gegeben, wäre das Familienleben dort wohl täglich im Fernsehen zu bewundern gewesen. Aber im Gegensatz zu Sendungen wie „Big Brother“ haben hier chaotische zwischenmenschliche Verhältnisse noch eine übergeordnete Bedeutung.

Gomer, die Frau Hoseas, hatte einen Rückfall erlitten, will sagen: Sie hatte sich anderen Männern an den Hals geworfen und war zunächst auf und davon. Schließlich landete sie in der Sklaverei. Alles ein Sinnbild für das untreue Israel, das jedem Götzen hinterherläuft und ebenfalls in eine Gefangenschaft des Bösen geraten ist. Nun geschieht zweierlei: Hosea kauft Gomer als Sklavin frei, sie muss aber völlig zurückgezogen leben – ohne sonstige Sozialkontakte. Auch dies soll eine Predigt für Israel sein: Israel wird ohne König, Tempel und Priester und auch ohne Götzen sein, bevor es am Ende zum HERRN umkehrt. Dies geschieht allerdings erst „in den letzten Tagen“, und damit greift Hosea hier schon weit voraus.

Es ist eigenartig, dass selbst in drastischen Situationen zumindest der Gedanke an die Rettung durch Gott immer noch mitschwingt. Die Israeliten leiden lange und schwer daran, dass sie Gott den Rücken zugekehrt haben. Das zieht sich über Jahrhunderte. Aber nie ist die „Rettungsperspektive“ ausgeblendet, so bitter auch die sonstigen Umstände sein mögen.