Tag 331

0

Apostelgeschichte 2

Da trat Petrus mit den elf anderen Aposteln vor und rief der Menge zu: „Hört zu, ihr jüdischen Männer und ihr Einwohner Jerusalems! Ich will euch etwas sagen. Manche von euch meinen, diese Leute seien betrunken. Das ist nicht wahr! Um neun Uhr morgens betrinkt man sich nicht. Nein, was ihr heute Morgen seht, ist vor vielen hundert Jahren von dem Propheten Joel vorausgesagt worden: ,In den letzten Tagen, spricht Gott, werde ich meinen Geist über alle Menschen ausgießen. Eure Söhne und Töchter werden weissagen, eure jungen Männer werden Visionen haben und eure alten Männer prophetische Träume. In diesen Tagen werde ich meinen Geist sogar über alle meine Diener, ob Mann oder Frau, ausgießen, und sie werden weissagen. Und ich werde Wunder oben am Himmel tun und Zeichen unten auf der Erde – Blut und Feuer und Rauchwolken. Die Sonne wird finster werden und der Mond blutrot, ehe der große und herrliche Tag des Herrn anbricht. Und jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.‘
Hört zu, ihr Menschen aus Israel! Ihr alle wisst, dass Gott durch Jesus von Nazareth große Taten, Wunder und Zeichen wirkte und ihn dadurch vor euch allen bestätigte. Ihr aber habt ihn mit der Hilfe von Menschen, die das Gesetz Gottes nicht kennen, ans Kreuz nageln und ermorden lassen. Damit erfüllte sich, was bei Gott lang zuvor beschlossen war. Doch Gott hat ihn aus den Schrecken des Todes befreit und wieder zum Leben auferweckt, denn der Tod konnte ihn nicht festhalten. David hat über ihn gesagt: … ,Denn du wirst meine Seele nicht bei den Toten lassen, du wirst nicht zulassen, dass dein Heiliger im Grab verwest.‘ Liebe Brüder, denkt einmal darüber nach! David starb ja und wurde begraben und sein Grab befindet sich noch heute hier. Aber er war ein Prophet und wusste, was Gott ihm geschworen hatte: Einer der Nachkommen Davids würde auf dem Thron Davids sitzen. David sah also in die Zukunft und sagte die Auferstehung des Christus voraus: Dieser würde nicht bei den Toten bleiben und sein Leib nicht im Grab verwesen. Diese Weissagung bezog sich auf Jesus, den Gott von den Toten auferweckt hat, was wir alle bezeugen können. “

Der Heilige Geist ist nicht das Spaßprogramm für gefrustete Jünger, sondern ist derjenige, der die Menschen auf Jesus hinweisen soll. Dies macht Petrus in seiner Pfingstpredigt deutlich. In Anbetracht seiner Vorgeschichte (a) als unbedarfter Fischer und (b) als charakterliche Niete ist das ziemlich erstaunlich.

Unter dem Eindruck dieses Wunders und vor der erregten Menge deutet er das Pfingstgeschehen im Zusammenhang mit dem, was die Israeliten Jesus angetan haben, und legt dar, welche Bedeutung Jesus für die Welt hat. Dazu benutzt er Zitate aus dem Alten Testament, die dem Volk geläufig sind. Aber er deutet diese Bibelverse auf Jesus hin. Er schließt dann mit einem mehr als deutlichen Aufruf zur Umkehr.

Diese einmalige Stunde Gottes, in der Petrus kein Blatt vor den Mund nimmt, hat verblüffende Konsequenzen. Dreitausend Leute werden nun auf einmal das „humane Startkapital“ der christlichen Gemeinde.

Wer würde als Christ sich nicht wenigstens einmal im Leben eine solche Sternstunde wünschen! Vergessen wir dabei aber nicht: Von dieser ganzen Erwecklichkeit waren die Machthaber alles andere als begeistert, und es kam sehr bald zu Verfolgungen. Und vergessen wir auch nicht: 3000 Menschen sind gleichzeitig 3000 Babys im Glauben. Da können selbst die Apostel nicht jeden Einzelnen geistlich bemuttern – und auch die haben ja gerade eben erst einmal wirklich begriffen, worum es bei der Nachfolge Christi geht.