Tag 36

0

2. Mose 12

Der HERR gab Mose und Aaron in Ägypten folgende Anweisungen: „Von nun an soll dieser Monat der erste Monat des Jahres für euch sein. Sagt der ganzen Gemeinde Israel: ,Am zehnten Tag dieses Monats soll jeder für seine Familie ein Lamm aussuchen. … Sie sollen etwas von dem Blut des Lammes nehmen und an die beiden Türpfosten und den oberen Türbalken des Hauses streichen, in dem sie es essen. Sie sollen das Fleisch über dem Feuer braten und noch in derselben Nacht mit bitteren Kräutern und ungesäuertem Brot essen. … Beim Essen sollt ihr für die Reise angezogen sein, eure Sandalen an den Füßen und euren Wanderstab in der Hand. Esst es in Eile, denn es ist das Passah des HERRN! In dieser Nacht will ich durch Ägypten gehen und alle erstgeborenen Söhne und alle erstgeborenen männlichen Tiere töten. Ich will alle Götter Ägyptens richten, denn ich bin der HERR! Das Blut soll ein Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid: Wenn ich das Blut sehe, werde ich an euch vorübergehen und euch verschonen.‘“

Bevor die zehnte Plage einsetzt, gibt Gott den Israeliten einige Verhaltensmaßregeln zu ihrem Schutz auf den Weg, die auf uns bemerkenswert umständlich wirken. Wir modernen Menschen sind geneigt zu fragen, ob das nicht auch einfacher zu handhaben wäre. Aber Gott handelt in großer Voraussicht. Was hier eingeführt wird, ist gleichzeitig ein Ritual für ein Fest: das Passahfest, das bis heute in Israel das zentrale Fest der Israeliten ist, quasi „das Ostern der Juden“: die Erinnerung an den Exodus aus Ägypten. Durch die jährliche Wiederholung der Feierlichkeiten behält man die Rettungstat Gottes und die begleitenden Ereignisse besser in Erinnerung, als wenn dies bloß ein Kalenderdatum wäre. Insbesondere die Nachwelt lebt dann von der Symbolkraft der einzelnen Zeichen.

Das gilt übrigens in Bezug auf das Passah nicht nur für die Juden, sondern auch für Christen. In 1. Korinther 5,7-8 zieht Paulus eine Parallele: Der Tod Jesu ist symbolisch gleichzusetzen mit dem Tod des Passahlammes, und das Sauerteig-Motiv aus dem Passah-Ritual wird im Neuen Testament sogar an verschiedenen Stellen wieder aufgegriffen.