Tag 46

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2. Mose 20

Du sollst nicht töten.

Matthäus 5

„Ihr habt gehört, dass es im Gesetz von Mose heißt: ,Du sollst nicht töten. Wer einen Mord begeht, wird verurteilt.‘ Ich aber sage: Schon der, der nur zornig auf jemanden ist, wird verurteilt! Wer zu seinem Freund sagt: ,Du Dummkopf!‘, den erwartet das Gericht. Und wer jemanden verflucht, dem droht das Feuer der Hölle. Wenn ihr also vor dem Altar im Tempel steht, um zu opfern, und es fällt euch mit einem Mal ein, dass jemand etwas gegen euch hat, dann lasst euer Opfer vor dem Altar liegen, geht zu dem Betreffenden und versöhnt euch mit ihm. Erst dann kommt zurück und bringt Gott euer Opfer dar. Einigt euch rasch mit eurem Gegner, bevor es zu spät ist und ihr vor Gericht gestellt, einem Gerichtsdiener übergeben und ins Gefängnis geworfen werdet. Ich versichere euch: Ihr kommt erst wieder frei, wenn ihr eure Schuld bis auf den letzten Pfennig bezahlt habt.“

Man kann davon ausgehen, dass die überwiegende Mehrheit der Leser dieser Zeilen bislang noch keinen Menschen umgebracht hat. Mord und Totschlag waren auch im alten Israel keine Kavaliersdelikte, und es gab dazu weitere ausführliche Rechtsbestimmungen inklusive Strafenkatalog.

Wer aber meint, angesichts dieser Tatsache zur Tagesordnung zurückkehren zu können, muss einmal die Worte Jesu an sich herankommen lassen. Das Gebot, nicht zu töten, wird auf seinen Kern reduziert – auf Zorn und Hass. Und selbst wenn man keine Hand an jemanden gelegt und kein Blut vergossen hat: Jeder hat schon einmal jemand anders in Grund und Boden stampfen wollen – und zwar unangespitzt.

Schon der zornige Gedanke entspricht nicht mehr Gottes Willen. Es mag auch berechtigte Empörung gegen das Böse geben, aber die alltägliche Empörung über einen Mitmenschen wird von Jesus auf eine Stufe mit Mord gestellt. Spätestens hier wird klar: Niemand kann der eigentlichen Absicht des Gesetzes entsprechen – alle sind schuldig vor Gott. Aber nicht alle Hörer Jesu wollen das einsehen.