Tag 88

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Richter 2

Da setzte der HERR Richter ein, die die Israeliten vor ihren Feinden retten sollten. Aber die Israeliten hörten nicht auf die Richter, sondern ließen sich mit anderen Göttern ein und warfen sich vor ihnen nieder. So schnell wandten sie sich vom Weg ihrer Vorfahren ab, die sich gehorsam an die Gebote des HERRN gehalten hatten, und folgten ihrem Beispiel nicht. Immer wenn der HERR einen Richter über Israel einsetzte, war er mit dem Richter und rettete das Volk vor seinen Feinden, solange der Richter lebte. Denn der HERR hatte Mitleid mit seinem Volk, das schwer unter seinen Bedrängern und Unterdrückern stöhnte. Doch sobald der Richter gestorben war, kehrten die Israeliten zu ihrem alten Lebensstil zurück und verhielten sich schlimmer als ihre Väter. Sie liefen anderen Göttern nach, dienten ihnen und warfen sich vor ihnen nieder. Und sie weigerten sich, ihre schlechte Lebensweise und ihr trotziges Verhalten aufzugeben.

Eine Generation später war offenbar die Bundeserneuerung vergessen. Die Israeliten pfiffen auf die Gebote Jahwes und dienten den örtlichen Gottheiten. Der HERR wurde darauf zornig und lieferte die Israeliten an Räuber und andere Feinde aus. Schließlich setzte Gott Richter ein, die die Israeliten zur Ordnung rufen sollten. Diese trugen zwar keine Roben und verkündeten auch nicht in Gerichtssälen ihre Urteile, sollten aber trotzdem für Ordnung sorgen. (Im Alltagsgeschäft waren sie wohl eher Schlichter als Richter.) Nicht immer gehorchten dabei die Israeliten ihren Richtern, dennoch gab es hin und wieder Entlastung von Unterdrückung.

Die Richterzeit war eine ungeordnete Übergangsperiode. Die großen Führer Mose und Josua, die das Volk geeint hatten, waren tot, und einen König gab es noch nicht (und der war zu diesem Zeitpunkt eigentlich auch nicht vorgesehen). Die im Richterbuch beschriebenen Ereignisse erstreckten sich häufig nur auf einen Teil der Stämme und die Richter wiederum wohnten in ganz unterschiedlichen Orten.

Letztlich zeigt das Buch der Richter ein in die Irre gehendes Volk, das hin und wieder zwar vor dem schlimmsten Schlamassel bewahrt wird, aber im Großen und Ganzen einer finsteren Zukunft entgegenzusehen scheint.