Josua 24 in Auszügen
Das Volk antwortete: „Wir wollen den HERRN niemals verlassen, um anderen Göttern zu dienen, denn der HERR, unser Gott, ist es, der uns und unsere Vorfahren aus der Sklaverei in Ägypten befreite und hierher gebracht hat.“ Daraufhin sagte Josua zum Volk: „Ihr könnt dem HERRN nicht dienen, denn er ist ein heiliger und eifersüchtiger Gott. Er wird eure Auflehnung und Sünde nicht vergeben. Wenn ihr den HERRN verlasst und fremden Göttern dient, wird er sich gegen euch wenden und euch vernichten, nachdem er so gut zu euch gewesen ist.“ Doch das Volk antwortete Josua: „Nein, wir wollen dem HERRN dienen!“ Da sagte Josua: „Ihr bezeugt selbst, dass ihr euch entschieden habt, dem HERRN zu dienen.“ „Ja“, entgegneten sie, „ja, so ist es.“ „Gut“, sagte Josua, „dann zerstört die Götzen unter euch und wendet eure Herzen dem HERRN, dem Gott Israels, zu.“
Die biblischen Berichte sind reich an Rückblicken geschichtlicher Natur. In diesem Text kommt es zu einer Erneuerung des Bundes, den Jahwe mit Mose und dem Volk Israel am Berg Sinai geschlossen hatte. Erstaunlich scheint die Leichtfertigkeit, mit der die Israeliten dem HERRN die Treue schwören. Ein wenig mehr Selbstbescheidung angesichts so mancher Ereignisse der Vergangenheit wäre hier wohl angebracht gewesen.
Josua hält diesem Optimismus auch entgegen, dass Israel sich bislang als unfähig erwiesen hat, seinem Gott die Treue zu halten. Aber trotz dieser Mahnung hält das Volk an seiner Beteuerung fest. Der Bund wird bekräftigt und ein Stein als Denkmal zur Erinnerung errichtet.
Wir wissen, dass das Volk hinterher noch viele Dinge tat, die diesem Treueschwur spotteten. Es wäre aber sicherlich verkehrt, die Israeliten wegen ihrer guten Vorsätze zu tadeln. Das eher fatalistische Sprichwort „Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert“ entspringt jedenfalls nicht dem Geist der Bibel. Gott will durchaus, dass wir uns Gutes vornehmen (allerdings es dann auch tun).
