Das Leid, das der 7. Oktober 2023 über Israel und viele Menschen weltweit gebracht hat, ist bis heute spürbar. Josias Terschüren von „Christen an der Seite Israels“ (CSI) erzählt, was angesichts von Krieg und Antisemitismus Hoffnung schenkt und welche Verantwortung Christen gegenüber Israel tragen.
Vor drei Jahren überfiel die Hamas Israel, mordete und zerstörte Leben und Lebensträume. Das Leid ist nach wie vor groß. Doch was schenkt Trost?
Josias Terschüren: Trost schenken die unglaubliche Resilienz und der Zusammenhalt der israelischen Gesellschaft, die gemeinsam am 7. Oktober und in den vom ungewollten Krieg so gezeichneten Jahren danach Unglaubliches durchlebt, überstanden und bewältigt hat. Wir sehen, wie sich biblische Aussagen erfüllen, wenn es heißt: Auf einem Weg werden deine Feinde „gegen dich ausziehen und auf sieben Wegen vor dir fliehen“ (5.Mose 28,7).
Ein weiterer großer Trost, rechtzeitig zum dritten Jahrestag, war die vereitelte Flugzeugentführung des flydubai Fluges 1073. Der omanische Co-Pilot wollte das Flugzeug im 9/11-Stil als Waffe einsetzen und den wichtigsten israelischen Flughafen, Ben Gurion, angreifen. Nicht auszudenken, was ohne den heroischen Einsatz des indischen Kapitäns Smit Machchhar und der israelischen Passagiere an Bord geschehen wäre. Der glimpfliche Ausgang ist ein wahres Wunder!
Mit dem 7. Oktober 2023 wurde Antisemitismus weltweit neu entfacht. Was muss getan werden, um die Verbreitung zu stoppen?
Wir erleben eine erschreckende Zunahme von Judenhass, vor allem im Westen. Jude, Israel und Zionismus sind mittlerweile vielerorts zum Schimpfwort geworden. Antisemitismus ist ein gesellschaftliches Gift und nicht rational begründet. Juden und Christen kennen die biblische Geschichte vom Kampf gegen Amalek, der Israel angriff, als es durch die Wüste zog. Der Angriff zielte auf die Auslöschung des gesamten Volkes ab und schreckte nicht davor zurück, sich an den Schwachen zu vergreifen: Frauen, Alte und Kinder. Gott offenbarte sich damals als der Herr dein Heerbanner „Jahwe Nissi“.
Der Angriff zielte auf die Auslöschung des gesamten Volkes ab und schreckte nicht davor zurück, sich an den Schwachen zu vergreifen: Frauen, Alte und Kinder.
Der Kampf gegen Amalek, gegen Antisemitismus, ist ein Kampf, den seither jede Generation führen muss. Schlüssel zum Sieg damals war eine Kombination aus physischem und geistlichem Kampf. Josua und Mose hatten je ihren Beitrag. Als Christen an der Seite Israels schicken wir in diesen Tagen einen LED-Truck mit klaren Botschaften gegen Judenhass quer durch die Republik und gestern Abend, am 7. Oktober, halten wir gemeinsam mit vielen Partnern und tausenden Betern eine nationale Gebetsnacht für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus ab. Wir brauchen beides: Aktivisten und Beter.
Genauso wie ihr, stehen viele Christen an der Seite Israels: was ist eure Hoffnung für die Zukunft? Welcher Verantwortung sollten Christen gegenüber Israel gerecht werden?
Unsere Hoffnung für die Zukunft ist in dem Gott Israels und seinen unwiderruflichen Zusagen der Treue gegenüber dem jüdischen Volk begründet. Er wird zum Ziel kommen. Als Christen müssen wir nicht alles richtig heißen, was in Israel passiert, aber wir haben das Mandat, Israel zu segnen, es physisch und im Gebet zu unterstützen und unsere Stimme gegen den Antisemitismus zu erheben.
Gleichgültigkeit und Wegschauen ist für uns deswegen keine Option. Wir müssen aktiv etwas tun!
Wir tragen mit Jesus einen Juden im Herzen und verdanken dem jüdischen Volk alle geistlichen Segnungen und die Werte unserer Kultur und Zivilisation. Gleichgültigkeit und Wegschauen ist für uns deswegen keine Option. Wir müssen aktiv etwas tun!
Vielen Dank für das Gespräch!
Die Fragen stellte Johannes Schwarz
Die Organisation Christen an der Seite Israels (CSI) ist ein evangelikaler Verein in Deutschland, der sich für die Solidarität mit Israel und dem jüdischen Volk einsetzt. Neben dem Organisieren von Sozialprojekten und Bildungsreisen setzt sich CSI für starke deutsch-israelische Beziehungen und gegen Antisemitismus und Israelhass ein.
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