Im Vatikan ist am Freitag ein neues Gesetz zur Bekämpfung von Geldwäsche und Finanzierung terroristischer Organisationen in Kraft getreten.
Die damit verbundene Kontrolle über Bargeldtransporte vom Ausland in den Vatikanstaat sei ein wichtiges Instrument der Transparenz, hieß es dazu am Freitag in einer Vatikanerklärung.
Der Vatikan will bei Finanzgeschäften seiner Bank «Institut für die religiösen Werke» (IOR) mit den im Januar von Papst Benedikt XVI. verabschiedeten neuen Regeln für mehr Transparenz und die Einhaltung internationaler Standards sorgen. Wenige Monate nach der Aufnahme von Ermittlungen gegen die Vatikanbank hatte das Kirchenoberhaupt die Geldgeschäfte des Vatikanstaats unter die Aufsicht einer neuen Behörde gestellt.
Bei der vatikanischen Gendarmerie müssen künftig zudem Bargeldsummen angemeldet werden, die in das Territorium des Vatikanstaats ein- und ausgeführt werden. Bei Verdachtsfällen können die Beamten fortan Personenkontrollen anordnen.
Der Vatikan will die neuen Transparenzregeln den Angaben zufolge vom Expertenausschuss des Europarats für die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, Moneyval, überprüfen lassen. Die Reform war verabschiedet worden, nachdem die italienische Finanzpolizei im vergangenem Herbst 22 Millionen Euro aus den Kassen der Vatikanbank wegen verdächtiger Transaktionen eingefroren hatte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem kirchlichen Geldinstitut einen Verstoß gegen europäische Vorschriften zum Thema Geldwäsche vor.
(Quelle: epd)
