Am 3. Juli fällt der Vorhang: Das Pfarramtsstudium an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal endet – und mit ihm ein Stück evangelischer Zeitgeschichte.
Mit einem Gottesdienst beendet die Kirchliche Hochschule Wuppertal am Freitag (3. Juli) ihr letztes Lehrsemester im Pfarramtsstudiengang. Dieser findet an einem historischen Ort statt: in der Kapelle des Evangelischen Friedhofs in der Hugostraße, wo 1935 alles begonnen hatte.
Die Geschichte der Hochschule ist eng mit dem Kirchenkampf während der NS-Zeit verbunden: Ihre Gründung erfolgte als Reaktion auf die Gleichschaltung der theologischen Fakultäten durch die Nationalsozialisten. Nachdem ein Eröffnungsgottesdienst in der Gemarker Kirche verhindert wurde, wichen die Beteiligten spontan auf die Friedhofskapelle aus. Der Lehrbetrieb lief zunächst verdeckt, bevor die Gestapo die Einrichtung 1936 schloss. 1945 wurde die KiHo wiedereröffnet. Nach dem Abschlussgottesdienst soll die Hochschule abgewickelt und zum 31. März 2027 vollständig geschlossen werden.
Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland hatte 2025 beschlossen, den Betrieb der KiHo Wuppertal in ihrer bisherigen Form bis spätestens Ende März 2027 einzustellen. Stattdessen soll ein Theologischer Bildungscampus in Form einer Weiterbildungsgesellschaft entstehen. Geplant sind unter anderem die Fortführung des berufsbegleitenden Masterstudiengangs sowie akademische Zertifikatskurse für Prädikantinnen, Diakonie und Seelsorge.
