Die Kolumne „Was hätte Jesus gesagt?“ startet. Heute zum Thema: Tankrabatt. Ein Appell für echte Nachfolge.
Stellen Sie sich vor, Jesus läuft heute durch Ihren Wohnort: ob Dorf, Kleinstadt oder Großstadt. Er läuft durch die Straßen und gelangt zu einer Tankstelle, an der um kurz vor 12 Uhr viele Menschen hektisch tanken wollen. Jesus schaut sich um, blickt fragend nach hinten, als plötzlich jemand hupt und Jesus bittet, aus dem Weg zu gehen, um auch noch schnell tanken zu können.
Weil Jesus neugierig ist, stellt er sich zu den Leuten und fragt sie, ob es hier etwas umsonst gibt. „Umsonst? Garantiert nicht!“ ruft ihm ein wütender Familienvater zu. Eine engagierte junge Frau nimmt sich der Situation an und erklärt Jesus in der Tankstelle zwischen Knoppersriegel und Nachfüll-Öl die gesamte Tank-Thematik, die Deutschland, Europa und die Welt in Atem hält. Nachdem sie auch die Einzelheiten der 12-Uhr-Regelung und des Tankrabatts, der wieder ab dem 1. Oktober gilt, beschrieben hat, sagt Jesus in aller Betroffenheit: „Hui, ist das alles kompliziert!“
Die junge Frau bekräftigt dies mit einem leisen: „Ja, die Situation ist nicht leicht. Alles wird immer teurer, viele Menschen verzweifeln und wir alle suchen einen Ausweg – und dabei ist das nicht mal unser einziges Problem.“
Komm und folge mir nach
Gerade wollte Lea – Jesus und Lea sind jetzt per Du – weiter ausholen, als Jesus mit kräftiger Stimme sagt: „Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach!“
Lea erkennt die Worte und fragt verblüfft: „Steht das nicht in der Bibel?“ „Richtig“ sagt Jesus und fügt hinzu: „In Matthäus 19, 21 kannst du das nachlesen, zumindest wenn du eine Lutherbibel hast.“
Mittlerweile stehen einige Menschen um Lea und Jesus und hören zu, was sie sagen. Jesus kann nicht anders und erklärt seine Worte aus dem Matthäusevangelium. Irgendwann sagt er: „Mein Eindruck ist es, dass besonders die Menschen in Deutschland meine Worte hören sollten: Ist ihnen das Auto nicht unendlich viel wert? Ein Fortbewegungsmittel ist gar ein Status-Symbol. Das hätte es früher nicht gegeben.“
Ein alter Mann schaltet sich ein und fragt: „Gut, Jesus: Auto hin oder her, aber was meinst du mit ‚folge mir nach‘?“
Jesus sieht dem Mann tief in die Augen und spricht mit freundlicher Stimme: „Gott liebt seine Schöpfung, er liebt seine Menschen. Um diese Liebe auszudrücken, durfte ich auf diese Welt kommen und die Sünde wegwaschen und euch allen das Leben schenken, wenn ihr denn an mich glaubt. Ich freue mich, wenn Christinnen und Christen zusammenkommen und darüber nachdenken, wie sie leben können, wie ich es durch Gott kann: voller Nächstenliebe, voller Gnade und voller Wahrheit. Und das meint auch die praktische Nachfolge: Kommt mit mir mit, lasst uns unterwegs sein.“
Lea ist tief berührt und bewegt. Sie denkt kurz nach und erklärt entschlossen: „Ich bin dabei, Jesus. Was ist nun zu tun?“ „Das erkläre ich dir unterwegs“, sagt Jesus. Während die beiden zu Fuß die Straße hinuntergehen, bleiben die anderen verdattert stehen, es war ein denkwürdiger Tag für alle.
>>> Die Kolumne „Was hätte Jesus gesagt“ ist ein Beitrag in unsere Zeit, mal humoristisch – mal tiefsinnig. Die Texte sollen zum Denken anregen: über Jesus, uns Christinnen und Christen, die Welt und wie alles in Verbindung steht. Die Texte werden im Wechsel von den Redakteuren Tim Bergen und Johannes Schwarz verfasst.
