Eine aktuelle Studie zeigt: Nicht nur Verfolgung, sondern auch Armut, mangelnde Infrastruktur und fehlendes Internet verhindern den Zugang zur Bibel.
Für mehr als 500 Millionen Christinnen und Christen weltweit ist der Zugang zu einer Bibel eingeschränkt. Das geht aus einer Studie der „Bible Access Initiative“ hervor. Die stärksten Barrieren verzeichnet die Untersuchung in Afghanistan, gefolgt von Jemen, Somalia, Nordkorea, Eritrea und Mauretanien. In diesen Ländern machen staatliche Kontrolle, religiöse Verfolgung und gesellschaftliche Sanktionen den Besitz einer Bibel gefährlich; zudem üben Familie, Umfeld oder Behörden Druck aus.
Armut und schlechte Infrastruktur als Hindernisse
Neben Verfolgung und fehlender Religionsfreiheit benennt die Studie sozioökonomische Hürden als wesentliche Hindernisse. Armut, schlechte Verkehrswege, Analphabetismus, fehlende Elektrizität und schwache Infrastruktur verhindern vielerorts den Erwerb oder die Nutzung einer Bibel.
Besonders deutlich werde dies in der Demokratischen Republik Kongo: Zwar gibt es dort keine gesetzlichen Einschränkungen, dennoch besitzt nach Angaben der Studie weniger als jeder dritte Christ eine Bibel.
Millionen Christen wünschen sich eine Bibel
Weltweit fehlen viele Millionen Bibeln, heißt es in der Untersuchung. Der größte Mangel bestehe in der Demokratischen Republik Kongo, in Äthiopien, Nigeria und Indien – in jedem dieser Länder fehlten mehr als zehn Millionen Exemplare. Auch in Uganda, Tansania und China wird der Fehlbestand auf fünf bis zehn Millionen geschätzt.
Digitale Angebote könnten zwar helfen, reichen als alleinige Lösung aber nicht aus. Mehr als 400 Millionen Christen in 42 Ländern leben laut Bericht ohne Internetzugang. Weitere 277 Millionen Christen leben in Staaten, in denen die Nutzung christlicher Inhalte im Internet überwacht oder eingeschränkt wird.
Die „Bible Access Initiative“ ist ein internationales Bündnis christlicher Organisationen, darunter Bible League International, Digital Bible Society, Frontlines International, The Voice of the Martyrs und YouVersion. Das Netzwerk erstellt jährlich die „Bible Access List“.
Mehr zum Thema Bibel:
