1. Mose 9
Dann sprach Gott zu Noah und seinen Söhnen: „Ich schließe einen Bund mit euch und euren Nachkommen; mit allen Tieren, die mit euch auf dem Schiff waren – den Vögeln, den zahmen und den wilden Tieren – mit allen Lebewesen auf der Erde: Ich gebe euch das feste Versprechen, niemals mehr durch eine Flut die Erde und alle Lebewesen zu vernichten.“ Und Gott sprach: „Ich gebe euch ein Zeichen als Garantie für den ewigen Bund, den ich mit euch und allen Lebewesen schließe: Ich setze meinen Bogen in die Wolken. Er ist das Zeichen meines unumstößlichen Bundes mit der Erde. Jedes Mal, wenn ich Regenwolken über die Erde schicke, wird der Regenbogen in den Wolken zu sehen sein. Dann werde ich an meinen Bund mit euch und mit allem, was lebt, denken. Niemals mehr wird eine Flut alles Leben auf der Erde vernichten.“
Das Kapitel beginnt mit einer Vollmachtserklärung für den Menschen über die Tiere und auch über die Pflanzenwelt. Diese ist bemerkenswert eindeutig: Erstens werden die Tiere große Angst vor dem Menschen haben, zweitens werden sie dem Menschen als Speise dienen und drittens wird wiederum das Leben des Menschen unter den besonderen Schutz Gottes gestellt. Das Ganze hat auch ein Ziel, nämlich: die Erde wieder zu bevölkern.
Die weiteren Verse berichten erstmals in der Bibel von einem Bundesschluss – weitere werden folgen bis hin zum „Neuen Bund“ (dem „Neuen Testament“). Ein Bund ist eine Abmachung, eine vertragliche Vereinbarung, die zur damaligen Zeit unter Menschen eine übliche Rechtsform war. Außergewöhnlich ist, dass es sich hier um einen Bund Gottes mit den Menschen handelt. Es ist kein Vertrag, bei dem beide Partner Rechte und Pflichten haben. Vielmehr sagt Gott einseitig etwas zu: Er wird nicht mehr die Erde durch eine Flut vernichten. Auch gibt es ein Bundeszeichen zur (tröstlichen) Erinnerung für den Menschen: den Regenbogen. Dieser Bund gilt für alle Menschen, nicht nur für Israeliten oder Christen.
