Tag 24

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1. Mose 25

Eines Tages kochte Jakob einen Eintopf. Da kam Esau erschöpft von der Jagd zurück. Er sagte zu Jakob: „Ich bin hungrig! Gib mir etwas von dem roten Eintopf, den du gekocht hast.“ So erhielt Esau den Beinamen Edom – „rot“. Jakob entgegnete: „Gut, aber nur, wenn du mir dafür dein Erstgeburtsrecht verkaufst.“ „Ich muss ja sowieso einmal sterben“, sagte Esau. „Was nützt mir da mein Erstgeburtsrecht?“

Die Sache mit dem Erstgeburtsrecht ist eines der Dinge in der Bibel, die uns möglicherweise besonders archaisch vorkommen. Das Erstgeburtsrecht war ein besonderes Privileg, das dem ältesten Sohn des Mannes (nicht notwendigerweise der Frau) gehörte. Der Erstgeborene stand unter dem besonderen Schutz Gottes. Später wurde im Gesetz für die Israeliten sogar angeordnet, dass der Erstgeborene für Gott ausgesondert wird. Allerdings wurde ein israelitischer Stamm – die Leviten – stellvertretend für alle Erstgeborenen als in besonderer Weise für Gott ausgewählte Personengruppe bestimmt.

Es ging beim Erstgeburtsrecht im familiären Bereich nicht nur um finanzielle Vorteile. Damit waren auch besondere Segnungen verbunden, die der Vater gemeinhin dem Erstgeborenen zusprach. Dass Esau das Erstgeburtsrecht für einen Linseneintopf eintauscht, zeigt eine für damalige Verhältnisse ungeheuerliche Geringachtung der Sitten. Allerdings ist Bruder Jakob hieran nun wahrhaftig nicht unschuldig. In 1. Mose 27 wird berichtet, dass Esau dennoch versucht hat, den Erstgeburtssegen von seinem Vater zu bekommen. Doch sein Vater war inzwischen erblindet und sein Bruder kommt ihm durch eine List zuvor.