3. Mose 16
Aaron soll den Stier, der für ihn selbst bestimmt ist, als Sündopfer darbringen, um Wiedergutmachung für sich und seine Familie zu schaffen.
Dann soll er die beiden Ziegenböcke an den Eingang des Zeltes Gottes in die Gegenwart des HERRN bringen. Um zu entscheiden, welches Tier dem Herrn geopfert wird und welches der Sündenbock ist, soll Aaron über den beiden Ziegenböcken das Los werfen. Den Bock, auf den das Los für den HERRN gefallen ist, soll Aaron als Sündopfer darbringen. Der Bock, den das Los zum Sündenbock bestimmt hat, soll lebendig vor den HERRN gestellt werden, um für das Volk Wiedergutmachung zu schaffen und dann in die Wüste gejagt zu werden.
Wir hatten zuvor schon erwähnt, dass einmal im Jahr der Hohe Priester in das Allerheiligste hineinging, um durch ein Sündopfer Versöhnung für das ganze Volk zu erwirken. In diesem Abschnitt wird dies detailliert beschrieben. Etliche Vorsichtsmaßnahmen in Bezug auf den Zeitpunkt, die Kleidung und die Art des Opfers waren hierbei zu beachten.
Wenn wir heute von einem „Sündenbock“ reden, dann hat das in diesem Text seinen Ursprung. Einer von zwei Ziegenböcken wurde ausgelost, die Sünden des Volkes wurden durch Handauflegung auf ihn gelegt, und er wurde dann in die Wüste gejagt.
Das war sicher ein beeindruckendes Ritual. Denn jeder Israelit konnte sagen: „Mit diesem Tier wird auch meine Sünde in die Wüste geschickt.“
Der andere Ziegenbock wurde dann geopfert. Es mag uns merkwürdig vorkommen, dass man nicht den Sündenbock opfert, aber dadurch, dass ja die Sünden auf ihm lagen, kam er als Opfertier nicht mehr infrage. Dazu waren nur Tiere ohne Makel jeglicher Art vorgesehen.
Wie wir schon gelesen haben, ist durch das Selbstopfer Jesu diese Zeremonie überflüssig geworden. Gleichzeitig hatte sie aber für Israel die Funktion, die große Sündenkluft zwischen Gott und dem Menschen vor Augen zu führen.
