Josua 7
Daraufhin sagte Josua zu Achan: „Mein Sohn, gib dem HERRN, dem Gott Israels, die Ehre und lobe ihn. Sage mir, was du getan hast. Verheimliche mir nichts.“ Achan antwortete: „Ja, es ist wahr, ich habe gegen den HERRN, den Gott Israels, gesündigt. …“ Josua schickte ein paar Männer los. Sie liefen zum Zelt und fanden die gestohlenen Dinge dort vergraben, das Silber zuunterst. Sie brachten die Dinge zu Josua und den Israeliten und legten sie in der Gegenwart des HERRN auf den Boden. Josua und die anderen Israeliten nahmen Achan, das Silber, das Gewand, den Goldbarren, Achans Söhne und Töchter, sein Vieh, seine Esel, seine Schafe, seine Ziegen, sein Zelt und alles, was er besaß, und führten sie in das Tal Achor. Dort sagte Josua zu Achan: „Du hast uns in großes Unglück gestürzt, jetzt wird der HERR dich ins Unglück stürzen.“ Und alle Israeliten steinigten Achan und seine Familie und verbrannten sie.
Es kommt wie in einem Agatha-Christie-Krimi: Alle Verdächtigen sind versammelt. Allerdings folgt nun nicht eine messerscharfe Indizienkette des Meisterdetektivs; sondern der Täter wird ausgelost, weil man glaubte, dass sich im Losen der HERR offenbart.
In der Tat findet sich dadurch der Täter, und auch die gestohlenen Wertsachen tauchen auf. Der Täter und seine Familie müssen sterben.
Uns stellt sich die Frage: Verhindert denn die Sünde eines einzigen Menschen den Segen für die Gemeinschaft? Die Frage ist wohl nicht prinzipiell mit Ja oder Nein zu beantworten. Bei manchen geistlichen Sachverhalten kann es sein, dass aufgrund verborgener (oder auch offenbarer) Sünde irgendwelche Dinge nicht so laufen, wie sie sollten. Es gibt aber auch Beispiele von segensreichem Wirken von Personen, Gemeinden oder Gruppierungen, bei denen sich erst hinterher die eine oder andere Leiche im Keller zeigte. Wie Gott damit umgeht, hängt jeweils von der Situation ab. Er kann mit krummen Stecken gerade Schläge austeilen und handelt manchmal auf andere Weise, als wir denken.
