Richter 13
Wieder taten die Israeliten Böses in den Augen des HERRN, und der HERR lieferte sie 40 Jahre der Gewalt der Philister aus. In jener Zeit lebte in der Stadt Zora ein Mann namens Manoach aus dem Stamm Dan. Seine Frau konnte keine Kinder bekommen, und so waren sie kinderlos. Eines Tages erschien der Engel des HERRN Manoachs Frau und sprach: „Du hast bis jetzt keine Kinder bekommen können, doch nun wirst du bald schwanger werden und einen Sohn bekommen. Achte darauf, dass du weder Wein noch andere alkoholische Getränke zu dir nimmst und auch keine unreinen Speisen isst. Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen, und sein Haar darf niemals geschnitten werden. Denn er wird von Geburt an ein Nasiräer sein und wird beginnen, Israel von den Philistern zu befreien.“ … Und die Frau brachte einen Sohn zur Welt und nannte ihn Simson.
Mit Simson betritt eine der augenfälligsten Gestalten der Bibel die Bühne. Wie schon öfter, war auch hier wieder eine Frau unfruchtbar. Zu ihr kam ein Engel des HERRN (übrigens keiner mit Flügeln, sondern er wird wie ein normaler Mensch ausgesehen haben). Dieser kündigte ihr die Geburt eines Sohnes an, mit dem es etwas Besonderes auf sich haben soll, und zwar von Geburt an. Dieser Junge sollte für Gott ausgesondert, ein sogenannter „Nasiräer“ werden. Das bedeutete: Jegliche Form von Alkohol (aber auch Weintrauben oder Rosinen) und der Gang zum Friseur waren tabu. Alkoholverzicht war der Mutter auch für die Zeit der Schwangerschaft geboten (eine ja ohnehin vernünftige Maßnahme).
Nachher bekräftigt der Engel die ganze Berufungsgeschichte auch dem Ehemann gegenüber. Als der an der Legitimation des Engels zweifelt, präsentiert dieser ihm, ähnlich wie bei Gideon, als Wunder ein mächtiges Altarfeuer. (Im Neuen Testament gibt es übrigens eine erstaunliche Parallele: Auch bei Johannes dem Täufer kam es zu einem ähnlichen vorgeburtlichen Berufungserlebnis.) So eine Berufungsgeschichte weckt hohe Erwartungen an den Berufenen. Wir werden sehen, ob Simson diesen gerecht werden kann.
